Fipronil in Fabrik für Backmischungen gefunden

Eier stehen nebeneinander und ein Warnschild mit der Aufschrift "Fipronil" ist zu sehen

Fipronil in Fabrik für Backmischungen gefunden

  • Mit Fipronil belastetes Eipulver an Fabrik geliefert.
  • Unternehmen nimmt Eipulver selbst aus der Produktion.
  • Keine Gefahr für Verbraucher.

In einer Fabrik für Backmischungen, Hefen und Sauerteige in Werne (Kreis Unna) ist mit Fipronil belastetes Volleisprühpulver entdeckt worden. Wie eine Sprecherin des Kreises Unna dem WDR sagte, hatte der niedersächsische Lieferant des Eipulvers die Fabrik über die Belastung informiert. Der Lieferant hatte das Fipronil bei eigenen Kontrollen entdeckt.

Belastetes Eipulver nicht in den Handel gelangt

Das Unternehmen in Werne habe dann sofort reagiert, den Produktionsprozess gestoppt und sowohl das Eipulver, als auch die Backmischungen aus dem Verkehr gezogen, sagte die Kreissprecherin. Das Eipulver werde jetzt nach Niedersachsen zurückgeschickt und dort vernichtet. Das Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises Unna überwacht dies. Es bestehe deshalb keine Gefahr für die Verbraucher.

Fokus der Kontrolleure verlagert sich von Eiern auf Eiprodukte

Die Lebensmittelüberwachung kontrolliert aktuell verstärkt Betriebe, die Eier weiter verarbeiten. Weil alle Legebetriebe bereits kontrolliert worden seien, sei kaum noch mit belasteten Eiern im Handel zu rechnen, sagte ein Sprecher des NRW-Umweltministeriums dem WDR. Hingegen könnten Eipulver, Eiklar und andere Ei-Zwischenprodukte, die in vielen Betrieben in NRW verarbeitet werden, noch belastet sein.

Deshalb würden derzeit in NRW vor allem Produzenten von Mayonnaise und Eierlikör unter die Lupe genommen. In diesen Produkten ist der Ei-Anteil besonders hoch. Aber auch Nudeln oder Backwaren werden stichprobenartig untersucht. Jenseits des aktuellen Falls in Werne wurden in NRW bislang noch keine belasteten Produkte gefunden.

Keine Gefahr für Verbraucher

Selbst wenn die Backmischungen mit dem belasteten Eipulver in den Handel gelangt wären, hätte keine Gefahr für die Verbraucher bestanden, glaubt Josef Merfels, der Leiter der Abteilung für Gesundheit und Vebraucherschutz beim Kreis Unna: "Für mich ist das, was wir jetzt machen, ein Absicherungsmodus, um auch wirklich sagen zu können, auch in den verarbeiteten Produkten ist keine Gefahr vorhanden. Denn auch die Eier waren ja nicht so stark belastet, dass man mit akuten Gesunheitsgefahren rechnen muss. Und es findet ja noch eine Verdünnung statt."

Anmerkung der Redaktion:

In einer früheren Version des Beitrages haben wir von einem Großhändler aus Hamm gesprochen, bei dem Fipronil gefunden worden war. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es sich um einen Betrieb aus Werne handelt.

Stand: 15.08.2017, 15:55