Bilanz ernüchternd: Opel-Transfergesellschaft in Bochum

Das Opel-Logo auf dem Dach des Werks in Bochum spiegelt sich in einer Regenpfütze

Bilanz ernüchternd: Opel-Transfergesellschaft in Bochum

  • Ernüchterung zwei Jahre nach Bochumer Opel-Aus
  • Transfergesellschaft hat nur wenige Mitarbeiter vermittelt
  • Jeder zweite ist arbeitslos

52 Prozent der Ex-Opelaner, die in die Transfergesellschaft wechselten, sind aktuell arbeitslos. Das ist die ernüchternde Bilanz der Arbeitsagentur, mehr als zwei Jahre nach der Schließung des Bochumer Opel-Werks. Nur knapp 30 Prozent fanden einen neuen Job.

2.600 Opelaner wechselten vor zwei Jahren in die Transfergesellschaft. Nur knapp 770 von ihnen konnten in neue Jobs vermittelt werden, über 1.360 sind arbeitslos. Der Rest ist zum Beispiel in Rente, in weiteren Fortbildungen oder hat sich selbsständig gemacht.

Zu wenige Industrie-Arbeitsplätze im Ruhrgebiet

Als Grund für die niedrige Quote sieht die Arbeitsagentur die angespannte Arbeitsmarktsituation im Ruhrgebiet. In der Region gebe es nur wenige Industrie-Arbeitsplätze, außerdem sei das Durchschnittsalter der ehemaligen Opelaner relativ hoch.

Opelaner sitzen im Schulungsraum und schauen auf die Präsentation des Ausbilders

Diese Opelaner schulten auf Lokführer um

Einen Job konnten vor allem jüngere finden: Sie wechselten unter anderem als Lokführer zur Deutschen Bahn oder in die Logistik-Branche.

Ein weiterer Faktor für die geringe Vermittlung sei aber auch gewesen, dass viele Mitarbeiter zunächst mit dem Lohn innerhalb der Transfergesellschaft vorliebgenommen hätten, hieß es am Mittwoch (22.03.2017) bei der Transfergesellschaft. Dieser sei teilweise höher gewesen als die Löhne in potentiellen neuen Jobs.

Transfergesellschaft schon lange in der Kritik

Schon vor Monaten hatte der Opel-Betriebsrat scharfe Kritik am TÜV Nord geübt, der für die Betriebsgesellschaft zuständig ist. Nach Auffassung des Betriebsrats hätte der TÜV Nord mehr für die Ex-Opelaner tun können.

Konkret ging es um mehrere Millionen Euro aus einem EU-Fördertopf, die nicht abgerufen wurden. Zudem hätten viele Ex-Opelaner zu lange auf Qualifizierungen warten müssen. Der TÜV Nord wies die Kritik zurück.

Stand: 22.03.2017, 10:33