Verbesserte Brustkrebsvorsorge

Verbesserte Brustkrebsvorsorge

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Jährlich sterben 17.000 daran. Eine frühe Diagnose ist hier besonders wichtig. Viele Frauen mit dichtem Brustgewebe fielen aber bisher durch's Raster. Eine herkömmliche Mammografie konnte ihnen nie hundertprozentige Sicherheit geben. Das soll die 3D-Mammografie verbessern. Am Universitätsklinikum Essen wird diese Untersuchung angeboten.

Barbara Hölting aus Essen geht es wie fast der Hälfte aller Frauen: sie hat mitteldichtes bis dichtes Brustgewebe. „Ich möchte das 3D-Screening machen, um wirklich sicher zu sein. Vor einigen Jahren hatte ich mit der herkömmlichen Mammografie einen unklaren Befund, wegen meines dichten Brustgewebes.“

Schichtaufnahmen sorgen für mehr Durchblick

3D-Mammografie soll Brustkrebs besser erkennen

3D-Aufnahme im linken Bild im Vergleich zur 2D-Mammografie rechts.

Laut den Ärzten versprechen die 3D-Aufnahmen mehr Sicherheit. Bei der sogenannten Tomosynthese werden von der Brust mehrere Bilder in unterschiedlichen Winkeln aufgenommen. Daraus werden dann hochauflösende Schichtaufnahmen generiert. Krebsgeschwüre sollen so auch im dichten Drüsengewebe besser und früher erkannt werden. Der Krebs kann dann auch bei Patientinnen diagnostiziert werden, bei denen eine andere Mammografie kein Ergebnis brachte. "Der Unterschied liegt darin, dass man die Überlagerungen, die bei einer normalen Mammografie automatisch entstehen, da wir einen 3D-Körper auf ein 2D-Bild pressen, minimieren. Ich will nicht sagen komplett entfernen, aber minimieren, so dass es eine bessere Mammografie ist", so die Radiologin Cornelia Jonkmanns-Nowacki.

Kritik an der Mammografie

Frau bei der Mammografie

Frau bei der Mammografie

WDR Recherchen hatten vor zwei Jahren ergeben, dass bei 78 Prozent der Frauen jeden Alters eine Mammografie wirklich Aufschluss darüber gibt, ob in der Brust ein Krebsgeschwür ist, oder nicht. Bei Frauen mit dichtem Brustgewebe konnten die Radiologen nie ganz sicher sein. "Das neue Mammografie-System ist ein Qualitätssprung in der Brustkrebsdiagnostik, da sie die Erkennung kleiner Karzinome nachhaltig verbessern", so Professor Ralf-Dietrich Müller vom Josef Krankenhaus Essen-Werden. Ein weiterer Vorteil sei, dass Gewebeentnahmen eventuell entfallen. Kritiker bemängeln allerdings, dass es noch nicht erwiesen ist, ob durch die 3D-Mammografie wirklich Tumore früher erkannt werden.

Im Ruhrgebiet wird diese Art der Mammografie seit ungefähr einem Jahr in Krankenhäusern in Essen, Dortmund, Duisburg und Gelsenkirchen angeboten. Patientinnen brauchen für die 3D-Brustkrebsvorsorge aber eine Überweisung vom Gynäkologen.

Stand: 08.03.2016, 14:03