Kameraüberwachung: FC Bayern bekommt in Oberhausen Recht

Kameraüberwachung: FC Bayern bekommt in Oberhausen Recht

Von Maya Graef

Der FC Bayern München hat vor dem Arbeitsgericht Oberhausen Recht bekommen. Der Verein hatte sich wegen der Kameraüberwachung in seinem Fan-Shop im Centro Oberhausen verantworten müssen. Bereits am Dienstag (23.02.16) war die fristlose Kündigung des ehemaligen Shop-Leiters verhandelt worden.

Eine Kassiererin hatte dagegen geklagt, dass Kameras einen Sozial- bzw. Lagerraum filmen. Da in dem Raum nicht nur Tische und Stühle, sondern auch zwei Tresore und Ware für den Verkauf lagerten, sei das Interesse des Vereins zu filmen gegeben, so das Gericht. Aus Sicht der Kläger sei das eine illegale Überwachung von Arbeitnehmern mit Videokameras in Sozialräumen. Die Kassiererin hatte die Beseitigung der Kameras aus dem Sozialraum, das Löschen der Daten und ein Schmerzensgeld von 15.000 Euro für den Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte gefordert. Bei einem ersten Gerichtstermin Anfang Januar hatte die Frau Recht bekommen. Das Urteil wurde heute revidiert.

Filialleiter bekommt Abfindung

Überwachungskameras auf der Security Messe in Essen

Überwachungskameras dürfen nicht überall filmen

Den Anfang der Prozesse gegen den FC Bayern hat am Dienstag (23.02.2016) der Filialleiter des Bayern Fan-Shops im Centro gemacht. Er klagte gegen seine fristlose Kündigung, die er vor knapp vier Wochen erhalten hat. Der Filialleiter hatte vermutet, dass er für sein Engagement für die Kollegen im Fan-Shop bestraft werden soll. Denn nur einen Tag vor Erhalt der fristlosen Kündigung hatte er seinem Arbeitgeber vorgeschlagen, einen Betriebsrat für die Filiale in Oberhausen zu gründen. Bayern München gab dagegen an, ihm wegen Schikane der Mitarbeiter und Unregelmäßigkeiten bei der Inventur gekündigt zu haben. Die beiden Parteien haben sich auf einen Vergleich geeinigt: Die Bayern zahlen dem Mann eine Abfindung.

Glanz der Eröffnung schnell verflogen

Seit der glanzvollen Eröffnung des neuen Fan-Shops mit Weltmeister Mario Götze im Dezember sei die Stimmung im Laden mies gewesen, wie der Filialleiter seinem Anwalt berichtete. Seitdem Uli Hoeneß nicht mehr in entscheidender Position ist, sei das Misstrauen unter den Mitarbeitern ihrem Arbeitgeber gegenüber gewachsen. Auch die Überwachungskameras im Personalraum hätten unter anderem für Unmut und Versunsicherung gesorgt. Es heißt, dass einige Mitarbeiter sogar Angst hätten, sich kritisch der FC Bayern München AG gegenüber zu äußern. Die Lösung für den Filialleiter: Die Gründung eines Betriebsrates. In einem Brief an den FC Bayern München und an Uli Hoeneß persönlich berichtete er von der Idee. Nicht einmal 24 Stunden später soll die fristlose Kündigung gekommen sein, so sein Anwalt.

Bayern äußern sich nicht

Die FC Bayern München AG wollte auf Nachfrage des WDR keine ausführliche Stellungnahme abgeben - weder zu den Überwachungskameras noch zu der fristlosen Kündigung des Shop-Leiters. Schriftlich teilte ein Anwalt mit, dass sich "...seine Mandantin, wie es sich gehört, zunächst in den laufenden Verfahren gegenüber dem Gericht und nicht gegenüber der Presse äußern wird."

Stand: 25.02.2016, 13:05