Apothekerskandal: Auch Düsseldorfer Patienten betroffen

Apothekerskandal: Auch Düsseldorfer Patienten betroffen

  • Lieferung von gepanschten Krebsmedikamenten auch nach Düsseldorf.
  • 900 Patienten sind dort betroffen.
  • Gesundheitsminister Laumann wollte schnell informieren.
  • Großteil der Betroffenen ist bis heute nicht informiert.

Am Donnerstag (14.09.2017) wurde bekannt, dass der ehemalige Bottroper Apotheker auch Praxen in Düsseldorf beliefert hat. Die gepanschten Krebsmedikamente sollen unter anderem ins Medical Center Düsseldorf und an eine große urologische Praxis in der Landeshauptstadt geliefert worden sein. Das bestätigte die Stadt Düsseldorf dem WDR auf Anfrage.

Insgesamt könnten über 900 Patienten allein in Düsseldorf von dem Medikamentenskandal betroffen sein. Das Gesundheitsamt Düsseldorf soll davon erst Anfang September erfahren haben.

Immer noch keine Info an Krebspatienten

Im August hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann versprochen, die potentiell vom Apothekerskandal betroffenen Krebspatienten schnell zu informieren. Passiert ist bisher nichts. Das Ministerium verweist auf das laufende Verfahren gegen den Bottroper Apotheker.

Man könne den entsprechenden Stellen daher keine Frist setzen, bis zu der alle Adressen auf dem Tisch liegen müssten. Trotz Laumanns Ankündigung geht die Aufklärung also nicht voran. Für die betroffenen Krebspatienten ist das alles sehr unbefriedigend.

Paritätischer Wohfahrtsverband von Laumann enttäuscht

Karl-Josef Laumann

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

"Das Gesundheitsministerium könnte aus meiner Sicht deutlich mehr Druck auf die Ärzte ausüben, damit die sich ausreichend Zeit nehmen, die Patienten zu informieren", sagt Friederike Lelgemann vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Der Eindruck des Verbandes: Die Behörden schieben die Zuständigkeiten nur hin und her.

Laut der Staatsanwaltschaft sind 3.700 Krebspatienten betroffen, die Dunkelziffer liegt allerdings nach Recherchen von NDR und Correctiv doppelt so hoch. Bereits vor zehn Monaten war der Skandal um die falsch dosierten Krebsmedikamente aufgeflogen.

Stand: 14.09.2017, 17:39