Anschlagspläne: Zweiter Festgenommener wieder frei

Anschlagspläne: Zweiter Festgenommener wieder frei

  • Einkaufszentrum ist wieder geöffnet
  • Zwei Festgenommene wieder frei
  • Sicherheitskreise gehen von Attentätergruppe aus

Nach dem offenbar geplanten Anschlag auf das Einkaufszentrum am Limbecker Platz in Essen hat das Zentrum seit Montagvormittag (13.03.2017) wieder geöffnet. Bereits am Samstag hatte die Suche nach möglichen Hintermännern in NRW begonnen. Zu dem Anschlag aufgerufen haben, soll nach Informationen des WDR der Salafist Imra Q. aus Oberhausen. Er hält sich offenbar seit eineinhalb Jahren in Syrien auf.

Geschäfte wieder geöffnet - Shoppen am Tag danach

Imra Q. soll über Messenger-Dienste versucht haben, mehrere Menschen für den Anschlag in Essen zu motivieren. Dabei lieferte er WDR-Informationen zufolge eine Anleitung für den Bombenbau mit. Der Hinweis zu den Anschlags-Aufrufen stammt nach Angaben des Bundesinnenministers Thomas De Maizière vom Bundesamt für Verfassungsschutz.

De Mazière: Deutscher IS-Unterstützer kontaktierte Salafisten in NRW

Imra Q. soll einen Bezug zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte im Interview mit dem WDR, dass ein Deutscher, der als Unterstützer in das syrische IS-Gebiet gereist ist, "Hinweise oder Aufträge" nach Deutschland gegeben habe. Die möglichen Täter seien in der Salafistenszene von NRW aktiv.

Ob ein Anschlag wirklich erfolgt wäre, sei mit letzter Sicherheit nicht zu sagen, betonte De Maizière. Es sei aber richtig gewesen, das Einkaufszentrum zu schließen. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) versicherte: "Die weiteren Ermittlungen werden mit Hochdruck fortgeführt, um die genauen Hintergründe aufzuklären."

Verdächtige aus Oberhausen wieder auf freiem Fuß

Das Essener Einkfaufszentrum war am Samstagmorgen nach Hinweisen auf ein Attentat abgeriegelt worden. Noch am selben Tag waren im Zuge der Ermittlungen zwei Männer in Oberhausen festgenommen worden. Beide sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Einer der beiden wurde in einem Internetcafé festgesetzt. Und nach Angaben der Polizei noch am Samstagabend wieder freigelassen. Der zweite Mann wurde in seiner Wohnung festgenommen und nach einer Vernehmung ebenfalls wieder entlassen.

Ein Mann war der Polizei bereits bekannt

Nach Recherchen des WDR-Magazins Westpol ist einer der Männer den Ermittlern bereits seit einer Razzia in Oberhausen 2015 bekannt. Es ist Emanuel F. Die Ermittler vermuten, dass er eine Kontaktperson des Drahtziehers Imra Q. sein könnte. Letzterer besuchte die gleiche Oberhausener Moschee wie der Berlin Attentäter Anis Amri – allerdings nicht zeitgleich.

Der zweite Mann ist der Bruder von Imra Q. Die Polizei betont, dass die beiden festgenommenen Männer keine Tatverdächtigen, sondern Kontaktpersonen seien. Konkrete Beweise im Zusammenhang mit einem Anschlag liegen gegen sie demnach nicht vor.

Stand: 13.03.2017, 10:04