Details zur Anklage im Bottroper Apotheker-Skandal

Medikament ausverkauft

Details zur Anklage im Bottroper Apotheker-Skandal

  • Staatsanwälte legen umfangreiche Anklageschrift vor
  • Apotheker soll fast 62.000 Krebspräparate gestreckt haben
  • Schaden für Krankenkassen bei 56 Millionen Euro

Im Fall des mutmaßlichen Betrugs mit zu schwach dosierten Krebsmedikamenten hat die Staatsanwaltschaft Essen Einzelheiten zur Anklage gegen den tatverdächtigen Bottroper Apotheker mitgeteilt. Ein Sprecher des Landgerichts Essen hatte bereits am Montag (17.07.2017) bestätigt, dass die Klage bei Gericht eingegangen ist.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bottroper Apotheker Peter S. vor, Chemotherapien und Antikörperfusionen zu niedrig dosiert oder sogar ganz ohne Wirkstoff an Krebspatienten ausgegeben zu haben. Laut der Anklage von Mittwoch (19.07.2017) sollen wesentlich mehr Infusionen gestreckt worden sein als bisher bekannt.

Fast 62.000 Krebsmedikamente gestreckt

Die Staatsanwaltschaft geht jetzt von 61.980 Verstößen gegen das Arzneimittelgesetzt aus. In so vielen Fällen sollen bei Infusionen die Wirkstoffe zu gering dosiert worden sein. Der errechnete Schaden, allein für die gesetzlichen Krankenkassen, beläuft sich laut Anklage auf 56 Millionen Euro. Der Apotheker sitzt seit Ende November 2016 in Untersuchungshaft. Das Landgericht muss jetzt die 820 Seiten umfassende Anklageschrift prüfen und entscheiden, ob es ein Verfahren eröffnet. Die Stadt Bottrop hatte zuletzt eine Liste von Medikamenten aufgestellt, die vom Apotheker-Skandal betroffen sind.

Gepanschte Medikamente - Wie Apotheken kontrolliert werden

WDR 5 Leonardo Top Themen | 29.06.2017 | 05:59 Min.

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Stand: 19.07.2017, 17:16