Amprion stellt mögliche Trassenkorridore für Windstrom vor

Kunststoffrohre, durch die Strom-Erdkabel gezogen werden, sind auf der Amprion Baustelle in Raesfeld verlegt worden

Amprion stellt mögliche Trassenkorridore für Windstrom vor

300 km von Emden im Norden bis nach Osterrath im Rheinland. Netzbetreiber Amprion hat erste Pläne für die Stromtrasse A-Nord vorgestellt. Der Rhein könnte zur Herausforderung werden.

Netzbetreiber Amprion hat am Mittwoch (26.07.2017) mögliche Routen für das Mammutprojekt A-Nord-Trasse vorgestellt. Das dicht besiedelte Ruhrgebiet plant Amprion nach derzeitigem Stand zu umgehen. Gleichzeitig gelte es, Naturschutzgebiete zu meiden. Eine Herausforderung sind nicht nur die verschiedenen Bodenarten in den Regionen, sondern auch der Rhein. Mögliche Querungspunkte sind Rees, Xanten, Wesel und Dinslaken. Mit einer Machbarkeitsstudie will Amprion die beste Lösung finden.

Landwirte haben Bedenken

Die einzelnen Kabel sind mit etwa 20 cm Durchmesser kaum breiter, als ein gut durchtrainierter Oberschenkel. Aber bei den Landwirten gibt es "Bedenken, was die Erwärmung des Bodens oder auch anschließend die Wiederverwendung der Ackerflächen betrifft", sagt Amprion-Projektleier Klaus Wewering. Immerhin wird die Baustelle mit ihren Baustraßen und Gruben etwa 35 Meter breit. Kilometer für Kilometer sollen die einzelnen Abschnitte verlegt werden, möglichst geradlinig unterhalb der Erde.

Amprion verspricht Transparenz

Nach ersten Gesprächen mit Politikern und Behörden will Amprion mit den Bürgern in den Dialog treten: "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir transparent unterwegs sind", so Wewering. Entlang der möglichen Trassenkorridore soll es im August und September mehrere Infomärkte geben. Zusätzlich werde ein Infomobil verschiedene Stationen anfahren. 2025 soll die Leitung schließlich in Betrieb gehen und, so der Netzbetreiber, rund zwei Millionen Menschen mit Strom aus Windenergie versorgen.

Stand: 26.07.2017, 12:13