Amazon sucht in Dortmund mehr Mitarbeiter als geplant

Ein Plakat überdeckt die komplette Fassade eines großen Mehrfamilienhauses. Amazon macht Werbung für Jobs.

Amazon sucht in Dortmund mehr Mitarbeiter als geplant

Von Kay Bandermann

  • Internetversender Amazon eröffnet Lager in Dortmund Mitte Oktober.
  • Arbeitsagentur und Jobcenter richten Sonder-Team ein.
  • Chance für Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose.

Das hat es in Dortmund seit der Eröffnung der Thier-Galerie 2012 nicht mehr gegeben: Ein einzelnes Unternehmen sucht mehr als 1.000 Mitarbeiter auf einen Schlag. Mehr als 300 Verträge seien bereits unterschrieben, teilte das Unternehmen am Dienstag (26.09.2017) mit. Die meisten von ihnen sind Arbeitslose aus Dortmund.

Die Amazon-Baustelle auf dem Gelände der Westfalenhütte ist weit fortgeschritten. Ab Mitte Oktober sollen die neuen Mitarbeiter eingestellt und trainiert werden, damit das neue - das zehnte deutsche - Amazon-Lager für das Weihnachtsgeschäft einsatzbereit ist.

Die allermeisten Stellen sind für sogenannte Picker und Packer, die Ware für den Versand verpacken. Amazon setzt vor allem auf ungelernte Kräfte. Fachkenntnisse seien für die Jobs im Lager nicht nötig. "Wichtig ist uns die Motivation, der Spaß an der Arbeit", sagt Amazon-Sprecherin Antje Kurz-Möller. Seit Beginn der Stellenausschreibungen haben sich rund 4.000 Bewerber gemeldet, es gibt täglich Castings.

Einstiegslohn: 10,79 Euro

Das sei eine "Riesenchance" für die vielen Langzeitarbeitslosen in Dortmund, sagt Martina Würker, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur. Wer sich bewerben will, muss Schichtarbeit mögen und ein einwandfreies Führungszeugnis haben. Der Leiter des Jobcenters, Frank Neukirchen-Füsers, findet, dass Amazon überdurchschnittlich gut zahle. "Der Einstiegslohn ist 10,79 Euro pro Stunde. Das liegt deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn und über dem, was ein Alleinstehender in der Grundsicherung bekommt."

Spatenstich für neues Amazon Logistikzentrum in Dortmund

Spatenstich für neues Amazon Logistikzentrum in Dortmund

Einziger Wermutstropfen: die Lagerkräfte werden nur befristet eingestellt - zunächst bis zum 31. Dezember. Das sei aber nur vorübergehend, versichert Amazon-Sprecherin Kurz-Möller. "Wir werden das Dortmunder Lager auch ab Januar weiter betreiben." Offenbar will Amazon in den ersten Wochen die Spreu vom Weizen unter den Neu-Mitarbeitern trennen.

Bewerbung: Online oder Telefon-Hotline

Das Bewerbungsverfahren läuft überwiegend online. Das Jobcenter hat einen PC-Raum eingerichtet für diejenigen, die keinen Internetzugang haben. Zusätzlich gibt es eine Hotline. Amazon und Arbeitsverwaltung sind überzeugt, die Aufgabe bewältigen zu können. Bislang wurden 2.000 Arbeitslose angesprochen. 900 haben sich beworben. Die ersten 60 Mitarbeiter haben bereits eine Zusage.

Martina Würker hat festgestellt, dass Amazon bei Arbeitslosen einen hervorragenden Ruf habe. "Die Firma gilt als cool, die Leute freuen sich richtig, dort arbeiten zu können." Das unterscheidet sich stark von der Dauerkritik der Gewerkschaft Verdi, die immer wieder schlechte Bezahlung und Leistungsdruck in den Amazon-Zentren kritisiert hat.

Stand: 27.09.2017, 07:18