Ärger um Bahnlärm in Herten

Ärger um Bahnlärm in Herten

Von Dirk Groß-Langenhoff

Rund 90 Güterzüge pro Tag fahren an einer kleinen Wohnsiedlung in Herten-Westerholt vorbei. Die Anwohner sind wegen des Lärms genervt. Die Bahn weigert sich für Schallschutz zu sorgen.

Bei einem Ortstermin in Westerholt hat der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht Hamm, Dr. Hans Funke, sich darüber informiert, wie laut es werden kann, wenn ein Güterzug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem angrenzenden Bahndamm vorbei rauscht. Die Anwohner ärgern sich schon seit mehr als sechs Jahren darüber, so lange versuchen sie auch schon die Deutsche Bahn dazu zu bewegen, einen geeigneten Lärmschutz zu schaffen.

Bahn bleibt stur

Das OLG kam zum Ortstermin nach Herten

Richter Hans Funke begrüßt die Anwohner

Die Bahn befürchtet, dass sie auch für den Lärmschutz an anderen Bahnstrecken zahlen muss, wenn die Anwohner den Prozess gewinnen. Sie will deswegen keinen Präzedenzfall schaffen und ist nach einem Urteil des Landgerichts Bochum in Berufung gegangen. Das Landgericht hatte den Anwohnern einen so genannten passiven Lärmschutz zugesprochen. Das heißt, dass die Bahn dann für die Schallisolierung der Häuser sorgen müsste. Dies ist den Anwohnern allerdings nicht genug. Auch sie gingen deswegen in Berufung, weswegen der Fall jetzt vor dem Oberlandesgericht gelandet ist.

Anwohner fordern aktiven Lärmschutz

Anwohnerin klagt gegen Bahnlärm

Dagmar Kitschke ist genervt vom Bahnlärm

Anwohnerin Dagmar Kitschke versteht in ihrem Garten kaum ein Wort, wenn ein Güterzug vorbeirast. Deswegen klagt sie zusammen mit mehreren anderen Siedlungsbewohnern gegen die Deutsche Bahn. Ein passiver Lärmschutz sei allerdings nicht ausreichend, sagt sie. "Wir möchten auch mal lüften oder im Garten sitzen können, ohne dass ein vorbeifahrender Zug Gespräche so gut wie unmöglich macht", erklärt Dagmar Kitschke. Auch in der Nacht könne man kein Fenster geöffnet lassen, weil es sonst einfach zu laut wäre. Das Oberlandesgericht Hamm wird nach diesem Ortstermin weiter verhandeln. Sowohl die Anwohner als auch die Deutsche Bahn wollen - wenn nötig - durch alle Instanzen gehen. Deswegen rechnen beide Parteien damit, dass der Prozess am Ende vor dem Bundesgerichtshof landen wird.

Stand: 29.09.2016, 17:26