Wuppertal ans Bahnnetz angeschlossen

Wuppertal ans Bahnnetz angeschlossen

  • Bauarbeiten am Stellwerk pünktlich zum Schulstart beendet.
  • Pendler waren mit Ersatzverkehr überwiegend zufrieden.
  • Erleichterung bei Bahn, Stadt und Pendlern.

Die Bahn hat ihr Versprechen gehalten: Pünktlich zum Schulstart am Mittwoch (30.08.2017) morgens um 4.33 Uhr rollten die ersten Züge wieder aus dem Wuppertaler Hauptbahnhof - zur großen Erleichterung der Berufspendler. Damit geht eine gut sechs Wochen andauernde Sperrung des Wuppertaler Hauptbahnhofs zu Ende.

Der Grund für die Sperrung: Die Bahn baute in Wuppertal ein neues elektronisches Stellwerk für 32 Millionen Euro, das sicher an das Bahnnetz der Region angeschlossen werden musste. Rund 400 Signalanlagen und 100 Weichen wurden über 374 Kilometer Kabel mit dem digitalen Stellwerk verbunden. Dank der Digitalisierung solle der Bahnverkehr künftig flüssiger funktionieren, mit weniger Ausfällen, weniger Verspätungen und mehr Zügen auf den Strecken - das verspracht zumindest die Bahn.

"Kinderkrankheiten" und Anlaufschwierigkeiten

Aber schon am ersten Tag hakte der Bahnverkehr: Eine Weichenstörung auf der Strecke zwischen Wuppertal Hauptbahnhof und Oberbarmen bremste S-Bahnen und Regionalzüge aus. Die Züge hatten am Nachmittag bis zu 30 Minuten Verspätung. Die Bahn sprach von Kinderkrankheiten, die sie befürchtet hatte: Nicht alle möglichen Fehlerquellen hätten noch zu Zeiten der Sperrung vorab gecheckt und behoben werden können. Einige Fehler zeigten sich erst bei der Wiederaufnahme des regulären Fahrbetriebs, so die Bahn. Binnen eineinhalb Stunden war die Störung behoben; die Berufspendler konnten wieder pünktlich reisen.

Züge in Wuppertal rollen seit 4:33 Uhr wieder

WDR 2 | 30.08.2017 | 02:24 Min.

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Die lange Sperrung des Wuppertaler Hauptbahnhofs war nach Aussagen der Bahn "alternativlos" - und bisher einzigartig in der deutschen Bahngeschichte. Gleichzeitig wurden auch Gleisanlagen und Weichen erneuert.

Wuppertal - die Züge rollen wieder

WDR 5 Morgenecho - Interview | 30.08.2017 | 04:54 Min.

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Ersatzverkehr zufriedenstellend organisiert

Sperrschild an einem Bahnsteig

Während der Sommerferien hatte die Bahn den Ersatzverkehr gut organisiert - so jedenfalls der Eindruck der Stadt: "Ersatzverkehr ist nie so gut wie Realverkehr. Aber die Sperrung hat durch die deutlich verbesserte Kommunikation nicht so ein Chaos ausgelöst wie in den Osterferien", sagt Stadtsprecher Thomas Eiting dem WDR.

In den Osterferien war der Wuppertaler Hauptbahnhof schon einmal zwei Wochen lang für den Bahnverkehr gesperrt worden, um die Stellwerksarbeiten vorzubereiten. Damals sorgte der mangelhaft vorbereitete Schienenersatzverkehr für Ärger: Pendler kamen verspätet bei der Arbeit an, die Ersatzbusse fielen aus oder quollen über, an den Haltestellen herrschte Chaos. Daraus hatte die Bahn offenbar gelernt.

Stand: 30.08.2017, 18:38