Kein Bahn-Halt in Wuppertal: So lief der Montag

Kein Bahn-Halt in Wuppertal: So lief der Montag

  • Wuppertaler Bahnhof wieder gesperrt.
  • Rund 100.000 Pendler betroffen.
  • Bahn: Bus-Ersatzverkehr ohne Probleme angelaufen.

Seit Sonntagabend (16.07.2017) müssen die Wuppertaler wieder ohne Bahnanschluss auskommen. Wegen Arbeiten an einem neuen Stellwerk fährt aus der siebtgrößten NRW-Stadt mit ihren 350.000 Einwohnern kein Zug heraus und keiner hinein - wie schon in den Osterferien, als es viel Kritik am chaotischen Ersatzverkehr gegeben hatte. Erst am Morgen des 30. August soll der Bahnverkehr wieder aufgenommen werden.

Zahlreiche Service-Mitarbeiter

Die Bahn hat offenbar aus den Erfahrungen aus der Osterpause gelernt. Es waren am Montag (17.07.2017) deutlich mehr Service-Mitarbeiter im Einsatz, die Pendlern Tipps gaben, damit der Weg zum Ersatzbus nicht auch noch zusätzlich Zeit kostet. Der Bus-Ersatzverkehr sei "so wie vorgesehen" angelaufen, sagte ein Bahnsprecher am Abend. Probleme seien nicht bekannt.

Zu Verspätungen kam es aber dennoch. Einer der Direktbusse nach Düsseldorf fiel zum Beispiel am Morgen aus: Der Fahrer hatte verschlafen.

Fernverkehr wird umgeleitet

An Werktagen müssen täglich Zehntausende Pendler Umwege und längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen. Die sonst auf der Bahnstrecke fahrenden Verkehrsunternehmen bieten 230 Fahrer und 90 Busse auf, um den Zugverkehr zu ersetzen. Pendelbusse verbinden Wuppertal unter anderem mit dem etwa 30 Kilometer entfernten Düsseldorf. Bis zu acht Schnellbusse fahren pro Stunde und Richtung. Der Fernverkehr mit ICE- und IC-Zügen wird über das Ruhrgebiet umgeleitet.

Volle Autobahnen

LKWs und Autos stehen auf der Autobahn 46 im Stau

Volle Straßen, volle Busse

Dass die Zwangspause wieder in die unterrichtsfreie Zeit fällt, sollte die Situation ein wenig entspannen. Lange Fahrten mit Ersatzbussen und chronisch überfüllte Autobahnen bleiben den Einwohnern und Auswärtigen aber auch jetzt nicht erspart - wenn sie nicht improvisieren.

32 Millionen für neues Stellwerk

Am 30. August soll der Schienenverkehr wieder anrollen. An der ersten Sperrung in den Osterferien hatten Reisende heftig Kritik geübt: Teils mussten Fahrgäste ortsunkundigen Fahrern den Weg zeigen. Neben dem neuen Stellwerk für 32 Millionen Euro nutzt die Bahn die Sperrung, um weitere Reparaturen der Bahn-Infrastruktur um Wuppertal durchzuführen.

Belastung für lokale Firmen

Lokale Institutionen und Firmen müssen sich auf die Sperrung einstellen. Das Unternehmen Bayer kommt relativ gut davon. Viele der gut 3.400 Mitarbeiter, die in zwei Werksteilen eingesetzt sind, sind in Urlaub. Sonst würden sechs Wochen ohne Zugverkehr den Betrieb, der rund um die Uhr läuft, empfindlich stören: Jeder zweite im Betrieb pendelt.

Stand: 17.07.2017, 21:05