Minister: NRW soll Zentrum für E-Mobilität werden

NRW Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (l.)

Minister: NRW soll Zentrum für E-Mobilität werden

  • Wirtschaftsminister Pinkwart besucht Streetscooter.
  • Elektroautos werden in Aachen entwickelt und gebaut.
  • DHL hat mittlerweile die größte Elektroflotte.

Bei Fahrzeugen mit Elektroantrieb strebt Nordrhein-Westfalen eine führende Position an. Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) machte am Mittwoch (09.08.2017) bei seiner Sommerreise zu jungen Unternehmen im Land einen Abstecher nach Aachen. Firmen wie DHL und der RWTH Aachen sei es zu verdanken, dass in NRW neue, innovative E-Fahrzeuge in der Entwicklung und auch zum Teil schon im Einsatz sind. "Wir werden alles daran setzen, Nordrhein-Westfalen zu einem führenden Zentrum der Elektromobilität in Europa auszubauen."

"Statt Subventionen für alte Technologien müssen wir jetzt die Entwicklung neuer Antriebstechnologien beherzt vorantreiben", sagte Pinkwart. Dazu gehörten mehr Mittel für die Batterieforschung und modernste Infrastruktur.

E-Auto aus der Hochschule

Produktion des Streetscooters in Aachen

Elektroautos laufen in Aachen täglich vom Band

Der Streetscooter wurde 2010 als Forschungsinitiative für die Entwicklung von Elektroautos für den Kurzstreckenverkehr an der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen gegründet und hatte schnell Erfolg: Im Dezember 2014 kaufte die Deutsche Post das Unternehmen. Bisher fahren rund 2.500 Streetscooter für die Deutsche Post - hergestellt in der Serienfertigung in Aachen.

Größte Elektroflotte Deutschlands

Vier Streetscooter der deutschen Post hintereinander auf einem Feldweg

Gelbe Flotte ohne Emission

Mit den in Eigenregie produzierten Streetscooter-Fahrzeugen sowie rund 10.500 E-Bikes und E-Trikes betreibt die Deutsche Post DHL Group mittlerweile die größte Elektroflotte in Deutschland. Außerdem gibt die Diesel-Krise dem Elektrotransporter einen weiteren Schub.

Der Konzern verzeichne rege Nachfrage nach seinem elektrisch angetriebenen Streetscooter, sagte Finanzchefin Melanie Kreis am Dienstag (08.08.2017). Das Interesse der Kunden werde durch die Debatte um Diesel-Fahrverbote weiter angeheizt.

Die Post hatte sich vergebens bemüht, mit traditionellen Autokonzernen einen Elektrotransporter zu entwickeln und hatte diese Aufgabe dann schließlich selbst übernommen. Die Fahrzeuge können auch bei Fahrverboten für Verbrennungsmotoren durch die Innenstädte kurven. Viele Kommunen, Handwerker sowie kleine und mittelständische Betriebe wollen das Fahrzeug kaufen.

Grüne Postzustellung - jetzt auch in Bochum

DHL Streetscooter in Bochum

Elektro-Transporter: Postzustellung in Bochum

Und die grüne Flotte wächst weiter. Während sich der Minister die Produktionsstätte in Aachen anschaute, wurde rund 150 Kilometer weiter die erste emissionsfreie Flotte der DHL in Bochum vorgestellt. Seit Mittwoch (09.08.2017) sind dort insgesamt 42 Fahrzeuge im Einsatz, die im Stadtgebiet Pakete ausliefern.

Bis zu 160 Pakete kann ein Fahrzeug transportieren. Somit deckt die Post bei der Zustellung die komplette Umweltzone in Bochum ab. Bis auf den Süden werden nun alle Stadtteile CO2-frei beliefert.

In Essen soll in den kommenden Wochen ebenfalls eine E-Flotte starten. Auch andere Paketzusteller wie GLS testen emissionsfreie Paketzustellungen. In Dortmund und Düsseldorf sind E-Bikes von GLS im Einsatz.

Stand: 09.08.2017, 19:00