Vandalen beschädigen Wahlplakate jetzt gezielter

In Köln-Neustadt-Nord haben Unbekannte Wahlplakate beschädigt.

Vandalen beschädigen Wahlplakate jetzt gezielter

Von Miriam Gerding

  • Vandalen erfinderischer und organisierter
  • Zahl der Fälle ist aber ähnlich wie bei der Landtagswahl
  • Viele Plakate scheinen zu provozieren

Mal ist es ein reiner Spruch, mal das Gesicht einer der Spitzenpolitiker und mal eine Zeichnung. Am 24. September ist Bundestagswahl. Deshalb hängen seit einigen Wochen wieder die Wahlplakate der verschiedenen Parteien im Rheinland – oder auch nicht. Denn wie bei vorherigen Wahlen haben Unbekannte auch während des aktuellen Bundestagswahlkampfes bereits viele Plakate beschmiert, zerstört oder geklaut.

Neue Art des Vandalismus

Aufkleber verschandeln ein Wahlplakat in der Kölner Innenstadt

Aufkleber verschandeln ein Wahlplakat in der Kölner Innenstadt

Die meisten Parteien in Köln sind sich einig: Die Anzahl der Vandalismus-Fälle bei ihren Wahlplakaten sei im Vergleich zur Landtagswahl zwar nicht großartig gestiegen. Verändert hätte sich aber teilweise die Art und Weise des Vandalismus. So stellt die AfD nun fest, dass in manchen Ortsteilen neuerdings auf ganzen Straßenzügen ihre Plakate abgehängt würden.

Diese Beobachtungen hat auch die Partei Bündnis 90/Die Grünen gemacht, sagt Wahlkampfmanager Mario Michalak - und zwar in Widdersdorf und Weidenpesch. Hans-Joachim Henze, Geschäftsführer der CDU, hat im Rahmen des aktuellen Wahlkampfes "etwas Merkwürdiges" beobachtet: "Rechtsrheinisch sind teilweise lediglich die Namen herausgeschnitten worden."

Parteien stellen bei manchen Fällen Strafanzeige

CDU-Chef Hans-Joachim Henze glaubt, dass nicht alle Fälle politisch motiviert sind. Bei manchen Beschmierungen handle es sich eher um einen Jungenstreich. Auf anderen Plakaten stehen jedoch auch Beleidigungen und rechtsradikale Sprüche – wie zum Beispiel auf denen der SPD. Nach ihren Angaben sind vor allem in Rodenkirchen Plakate von Elfi Scho-Antwerpes mit rechtsradikalen Sprüchen beschmiert worden. Bei solch einer Art von Vandalismus hat die Partei Strafanzeige gestellt.

Die CDU hat bisher rund zehn Fälle von Sachbeschädigung zur Anzeige gebracht, die Grünen noch keinen. Auch die AfD hat nach eigenen Angaben bereits einen Fall angezeigt und bereits weitere gesammelt, die sie gebündelt zur Anzeige bringen möchte.

Die AfD rechnet damit, dass bis zur Wahl am 24. September gut 70 Prozent ihrer Plakate verloren gehen. Das seien gut 3.000. Die Grünen gehen dagegen von einem Schwund von knapp zehn Prozent aus.

Stand: 14.09.2017, 12:04