Hochschule Niederrhein sagt Auftritt von Bundestagskandidatin ab

Hörsaal

Hochschule Niederrhein sagt Auftritt von Bundestagskandidatin ab

  • Professorin hatte Vortrag drei Tage vor Bundestagswahl geplant
  • Sie ist Listenkandidatin der AfD
  • Studenten hatten rechtliche Schritte angedroht

"Tod des Rechtsstaats - Gefahr für Freiheit und Demokratie!" - so lautete der Titel der Veranstaltung, zu der die Professorin für Wirtschaftswissenschaften, Karin Kaiser, in Räumlichkeiten der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach am 21. September eingeladen hatte.

Hochschule reagiert mit Absage

Die Hochschule hat den Termin jetzt aber abgesagt. Denn es hätten sich Anhaltspunkte ergeben, dass der wissenschaftliche Vortrag doch politisch gefärbt sein könnte.

Der Hintergrund: Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) - also die Vetretung aller Studierenden der Hochschule - sah in dem Vortrag mit anschließender Diskussion einen Wahlkampf-Auftritt. Denn: Er war nur drei Tage vor der Bundestagswahl geplant und Karin Kaiser ist in ihrer Heimat in Schleswig-Holstein Listenkandidatin der AfD. Den Unmut über die Veranstaltung äußerte der AStA vor allem auch in sozialen Netzwerken.

Hochschule verteidigte Entscheidung

Die Hochschule wehrte sich gegen die Vorwürfe: Es gehe nicht um eine AfD-Veranstaltung, sondern um eine Veranstaltung einer Professorin der Hochschule Niederrhein, die ihr Forschungsvorhaben vorstellen wolle. Als sie im August die Räumlichkeiten angefragt hatte, habe sie versichert, dass der Vortrag in keinem Zusammenhang zur Partei-Tätigkeit stehe.

Der AStA hatte angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Veranstaltung prüfen zu lassen.

Stand: 06.09.2017, 14:25