Flüchtlingsunterkünfte: Security-Bereich im Visier

Flüchtlingsunterkünfte: Security-Bereich im Visier

Von Oliver Köhler

In Flüchtlingsunterkünften der Stadt Köln werden offenbar Wachleute beschäftigt, die weder den festgelegten Mindestlohn der Branche bekommen noch Krankengeld. Das haben Recherchen der Lokalzeit Köln ergeben. Die Stadt hat Kontrollen angekündigt.

Flüchtlinge in einer Warteschlange

Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma überwacht eine Warteschlange

Wachleute, die in den Unterkünften der Stadt Köln für die Sicherheit sorgen, müssten 9,70 Euro pro Stunde bekommen. Stattdessen zahlt das Wachunternehmen ihnen nur 8, 50 Euro nach Angaben von Mitarbeitern. Wenn die Wachleute krank werden, bekommen sie nach eigenen Angaben kein Geld. Außerdem weigere sich der Arbeitgeber, ihnen Fahrtkosten zu ersetzen. Viele der Männer kommen aus dem Ruhrgebiet.

Nur für Brandschutz eingestellt

Die Männer sind bei einem Sicherheitsdienst beschäftigt, der als Subunternehmen für ein renommiertes Kölner Unternehmen arbeitet. Eigentlich sollen sie als Brandschutzhelfer in den Kölner Flüchtlingsheimen dafür sorgen, dass Rettungswege nicht verstellt werden. Im Falle eines Feuers sollen sie die Feuerwehr verständigen und die Evakuierung der Unterkünfte einleiten.

Wachdienste häufig nicht qualifiziert

In vielen Fällen sind die Männer nach WDR-Beobachtungen aber tatsächlich als Wachleute eingesetzt. So sind Brandschutzhelfer in Flüchtlingsunterkünften tagsüber oftmals für die Einlasskontrollen zuständig, das zeigen WDR-Filmaufnahmen. Auch müssen sie Streit schlichten und für die Einhaltung der Hausordnung sorgen, obwohl ihnen für diese Aufgaben die Qualifikation fehlt. Denn dafür bräuchten sie eine Ausbildung und müssten eine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer ablegen.

Überprüfung der Stadt steht aus

Die Kölner Stadtverwaltung weiß nach eigenen Angaben nichts von den Verstößen des Sicherheitsdienstes gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen in den Flüchtlingsunterkünften. Die Stadt will jetzt die Sicherheitsdienste kontrollieren.

Stand: 26.08.2016, 10:49