Verpuffung im AKW Doel: Arbeiter schwer verletzt

Verpuffung im AKW Doel: Arbeiter schwer verletzt

  • Zwischenfall in Reaktor 4 im belgischen Atomkraftwerk Doel
  • Ein Mitarbeiter wurde schwer verletzt
  • Kraftwerk soll Freitag (13.01.2017) wieder ans Netz gehen

Der Reaktor hatte sich am Dienstag (10.01.2017) ungeplant selbst abgeschaltet, nachdem es eine Verpuffung von Dampf im nicht nuklearen Bereich gegeben hatte. Der Dampf sei auch in den Maschinenraum gelangt, wo sich der Mitarbeiter befand, so der Betreiber Engie Electrabel.

Eine Gefahr für die nukleare Sicherheit habe es nicht gegeben, so die nukleare Kontrollbehörde FANC. Am Freitag (13.01.2017) will der AKW-Betreiber den Reaktor wieder ans Netz nehmen.

Wurden deutsche Behörden informiert?

Erst im Dezember hatten Belgien und Deutschland ein Atomabkommen unterzeichnet. Das Abkommen soll vor allem den Informationsaustausch bei Sicherheitsfragen verbessern. Über den aktuellen Zwischenfall wurden die deutschen Behörden allerdings nicht informiert. Das Bundesumweltministerium sieht darin keinen Verstoß gegen das Abkommen.

Dem WDR teilte das Bundesumweltministerium mit, es betrachte den aktuellen Fall nicht als potenzielle Gefährdung. "Bei dem gestrigen Vorkommnis handelt es sich um einen Unfall, der sich auf dem Gelände und nicht im nuklearen Teil der Anlage ereignet hat. Arbeitsunfälle, die nicht durch Radioaktivität verursacht oder verschlimmert wurden, gelten nicht als relevant für die Sicherheit der AKW und fallen somit auch nicht unter die sicherheitstechnische Bewertung nach INES." Demnach seien die belgischen Behörden nicht verpflichtet, über diesen Unfall zu informieren.

Das Atomkraftwerk Doel ist eines von zwei störanfälligen Atomkraftwerken in Belgien. Das andere, das AKW Tihange in der Nähe von Lüttich, liegt Luftlinie rund 65 Kilometer von Aachen entfernt.

Stand: 11.01.2017, 15:45