Rheinbahn verteilt Knöllchen an Falschparker

Rheinbahn in Düsseldorf

Rheinbahn verteilt Knöllchen an Falschparker

  • Rheinbahn verteilt ab sofort Knöllchen an Falschparker
  • Auch Schadensersatzklagen möglich
  • Kölner Verkehrsbetriebe wollen nachziehen

Bislang konnten es Autofahrer in Düsseldorf darauf ankommen lassen: Haarscharf neben der Straßenbahnstrecke parken oder sich kurz mal vor eine Bushaltestelle stellen? Wenn nicht gerade das Ordnungsamt vorbeikommt, bleibt das meist ohne Folgen. Das ändert sich ab Donnerstag (15.06.2017): Denn Mitarbeiter des städtischen Verkehrsbetriebs Rheinbahn dürfen seitdem selbst Knöllchen verteilen, wenn Fahrzeuge Busse und Bahnen behindern.

Verspätungen wegen Falschparkern

Die Strafzettel gehen nicht an Fahrer, die mit ihren Autos die Gleise so blockieren, dass die Bahn nicht vorbeikommt. Die wurden bislang schon abgeschleppt und werden es auch in Zukunft. Die Rheinbahn hat vielmehr die Fahrzeuge auf dem Kieker, die so knapp an der Strecke parken, dass Busse und Bahnen ihr Tempo drosseln müssen, um sicherzustellen, dass sie ohne Schaden vorbeikommen. Manchmal müssen die Fahrer sogar aussteigen, um den Abstand einzuschätzen. Das kostet Zeit, führt zu Verspätungen und somit zu Unmut bei den Kunden.

Ein weiteres Problem sind nach Angaben der Rheinbahn Autos, die in Bushaltebereichen stehen und so dafür sorgen, dass Fahrgäste mit Kinderwägen, Rollstühlen oder Rollatoren gar nicht oder nur sehr beschwerlich aussteigen können.

Bußgeld bis 50 Euro, zusätzlich Schadensersatzklage möglich

In solchen Fällen wird ab sofort der Verkehrsdienst der Rheinbahn gerufen. Der dokumentiert das Vergehen, klemmt ein Knöllchen an den Scheibenwischer und leitet die Daten an das Ordnungsamt weiter. Je nach Vergehen wird dann ein Bußgeld zwischen 30 und 50 Euro fällig. Doch das ist nicht alles: Die Rheinbahn behält sich vor, in bestimmten Fällen zusätzlich Schadensersatz geltend zu machen.

Wann zieht die KVB nach?

In Köln beobachtet man das Düsseldorfer Vorgehen sehr genau. Jürgen Felske, Vorstand der Kölner Verkehrsbetriebe, plädiert dafür, dass in Köln genauso mit Falschparkern umgegangen wird. "Wir wollen, dass ein solches Verfahren auch in Köln gemacht wird", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Ab wann das geschehen wird, ist noch nicht geklärt.

Stand: 15.06.2017, 11:24