Tödlicher Unfall Riesenrad: Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt

Eine Gedenkstätte bei einem Riesenrad.

Tödlicher Unfall Riesenrad: Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt

Von Christoph Hensgen

Nach dem tödlichen Arbeits-Unfall auf Pützchens Markt ermittelt jetzt (14.09.2017) die Staatsanwaltschaft. Die Behörde untersuche zunächst den Unfall am Riesenrad, sagte ein Sprecher dem WDR. Dann prüfe man, ob eine Straftat vorliege.

Dabei stützt sich die Staatsanwaltschaft auf die Ermittlungen des Amtes für Arbeitsschutz der Kölner Bezirksregierung. Dessen Experten untersuchen, warum der 31-Jährige Wanderarbeiter gestern Vormittag (13.09.2017), bei Abbau-Arbeiten am Riesenrad, aus mehr als 25 Metern Höhe in den Tod gestürzt ist.

Trug das Opfer Helm und Arbeitsschuhe?

Nach Angaben einer Sprecherin der Kölner Bezirksregierung wird unter anderem geprüft, ob der junge Mann Arbeitsschuhe und Helm getragen hatte und warum sein Sicherungsgurt nicht eingeharkt war. Außerdem wird untersucht, ob der 31-Jährige möglicherweise übermüdet war, weil Pausen nicht eingehalten wurden.

Staatsanwaltschaft steht noch am Anfang ihrer Ermittlungen

"Erst einmal ist der Unfall für uns eine Arbeitsschutz-Angelegenheit", erklärt Oberstaatsanwalt Robin Faßbender. "Wir schauen uns den Sachverhalt genau an und entscheiden dann, ob es einen Anfangsverdacht für eine Straftat gibt. Es reicht beispielsweise nicht aus, Mitarbeitern Helm, Sicherungsgurt und Arbeitsschuhe zur Verfügung zu stellen", so der Faßbender weiter. "Man muss seine Angestellten auch entsprechend schulen und überprüfen, ob sie das Equipment auch tatsächlich nutzen. Noch stehen wir aber ganz am Anfang unserer Ermittlungen."

Sturmböen und Regen beim Abbau

Auslöser für das tragische Unglück könnte das gestrige Wetter gewesen sein. Zum Unfallzeitpunkt waren vereinzelt Sturmböen über das Pützchens Markt-Gelände gezogen – außerdem hatte es immer wieder geregnet.

Stand: 14.09.2017, 12:19