Türkischer Minister spricht in Köln von Freundschaft

Türkischer Minister spricht in Köln von Freundschaft

  • Türkischer Sportminister tritt in Köln auf
  • Kilic betont deutsch-türkische Freundschaft
  • Besuch in der Keupstraße und in einer Moschee

Der türkische Sportminister Akif Kilic hat am Freitagabend (10.03.2017) einen Auftritt in den Kölner Sartory-Sälen absolviert. In seiner rund 20-minütigen, teils auf Deutsch gehaltenen Rede betonte der Politiker vor etwa 600 Zuhörern die deutsch-türkische Freundschaft. Kilic erwähnte zum Beispiel lobend, dass Köln und Istanbul Partnerstädte seien. Zugleich forderte er von den Deutschen mehr Verständnis für die Lage in der Türkei nach dem versuchten Putsch im vergangenen Jahr. Das umstrittene Verfassungsreferendum erwähnte Kilic nicht.

An die deutschen Medien appellierte er, sich um ein besseres Verständnis der Putschnacht in der Türkei zu bemühen. Das türkische Volk habe damals durch sein mutiges Eingreifen verhindert, dass die Putschisten Demokratie und Rechtsstaat abgeschafft hätten, sagte Kilic.

Der Sportminister trat im Rahmen einer privaten Veranstaltung auf, die polizeilich nicht angemeldet werden musste. Sie trug den Titel "Helden unter uns. 15 Juli". Der 15. Juli 2016 ist das Datum des gescheiterten Putschversuches in der Türkei.

Erdogan gefeiert

Veranstalter war ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen, der sich "Demokratieplattform gegen den Putsch" nennt. Vor dem Auftritt des Ministers wurden längere Zeit Filme gezeigt, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan feierten. Emotionale Musik wurde gespielt. Zuvor hatte Kilic die Kölner Keupstraße und eine Moschee besucht.

Die Organisatoren des Abends hätten ihm schriftlich zugesagt, dass eine Kulturveranstaltung und kein Wahlkampfauftritt stattfinde, sagte der Vermieter des Saals, Marcus Sartory.

Kritik aus der Kölner Politik

Mehrere Politiker des Kölner Stadtrates hatten sich gegen den Auftritt ausgesprochen. Sie vermuten, dass es erneut um Wahlkampf für die Politik des türkischen Präsidenten Erdogan gehen soll. Weil der Minister aber bei einer privaten Veranstaltung in privaten Räumen auftrat, hatte die Stadt keine Möglichkeit, einzugreifen.

Am vergangenen Wochenende war der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci in Köln und Leverkusen aufgetreten. Sportminister Kilic hat schon einmal am 31. Juli 2016 in Köln auf einer großen Demonstration für den türkischen Staatschef Erdogan geredet.

Stand: 10.03.2017, 21:36