Düsseldorf: Installateur tötet 25-Jährige in ihrer Wohnung

Polizeiabsperrung

Düsseldorf: Installateur tötet 25-Jährige in ihrer Wohnung

Die Polizei hat in Düsseldorf am vergangenen Wochenende (15.07./16.07.2017) einen 35-jährigen Handwerker festgenommen. Er hat laut Polizei und Staatsanwaltschaft gestanden, vor vier Wochen eine 25-jährige Frau vergewaltigt und getötet zu haben.

Der Installateur wurde wegen eines Rohrbruchs zu dem Mehrfamilienhaus in Düsseldorf-Flingern gerufen, in dem die Tat später geschah. Zusammen mit seinen Arbeitskollegen kontrollierte er nach Angaben der Ermittler die Wasseranschlüsse in allen Wohnungen, auch in der seines späteren Opfers. Als die Kollegen sich in den Feierabend verabschiedeten, soll er Yasmina T. überwältigt und vergewaltigt haben. Um seine Tat zu vertuschen, soll er sein Opfer mit einem Kabel gewürgt haben. Die bewußtlose Frau habe er dann in die Badewanne gelegt, wo sie ertrank. Der mutmaßliche Täter kehrte am nächsten Tag in das Haus zurück, als wäre nichts gewesen, um Restarbeiten im Haus zu erledigen, so die Ermittler.

DNA überführt mutmaßlichen Täter

Weil der 35-jährige Familienvater bereits zwei Mal während seiner Arbeit alleinstehende Frauen belästigt haben soll, war er polizeibekannt, seine DNA erfasst. Beide Verfahren wurden aber eingestellt. Die Spuren an Yasmina T. überführten den Düsseldorfer in diesem Fall aber zweifelsfrei.

Der Installateur legte ein umfassendes Geständnis ab.

Die Polizei prüft jetzt weitere ungeklärte Mordfälle an Frauen aus der Vergangenheit, glaubt aber nicht, dass der 35-Jährige noch weitere Taten begangen hat. Der Düsseldorfer muss laut Aussage des zuständigen Staatsanwalts mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen.

Rechtsmediziner hatten Verbrechen nicht erkannt

Um ein Haar wäre der Tod der 25-jährigen Frau gar nicht als Sexualverbrechen erkannt worden, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Nach der Entdeckung der Leiche waren Rechtsmediziner hinzugezogen worden. Sie hatten bei der Obduktion aber weder Spuren der Vergewaltigung noch des Drosselns entdeckt. Als Todesursache der Frau war Ertrinken festgestellt worden. Das habe die Ermittler geschockt, bekannte Mordkommissions-Leiter Ralf Busch.

Erst deutlich später hatte das Landeskriminalamt den Treffer in der DNA-Datenbank gemeldet: eine an der Leiche gesicherte Gen-Spur gehörte dem Klempner.

Polizei ermittelte weiter

Die Düsseldorfer Polizei war vor wenigen Wochen in die Kritik geraten, weil sie einen derzeit vor Gericht verhandelten Doppelmord als erweiterten Suizid eingestuft hatte. Nach dieser Erfahrung sei man besonders sensibilisiert gewesen und habe den Fall nicht schnell als Unfall eingestuft, betonten die Ermittler.

Stand: 17.07.2017, 17:51