Tihange 1 vom Netz genommen

Kühlturm eines Atomkraftwerkes und Strommasten

Tihange 1 vom Netz genommen

Die Pannenserie am belgischen Atomreaktor Tihange bei Lüttich reißt nicht ab. Wegen Auffälligkeiten an einer Pumpe musste in der Nacht von Montag (22.02.2016) auf Dienstag der Reaktorblock Tihange 1 vom Netz genommen werden.

Er soll jetzt einer umfangreichen Kontrolle unterzogen werden. Dies werde etwa drei Wochen in Anspruch nehmen, erklärte Betreiber electrabel. Der Atommeiler Tihange - nur 70 Kilometer von Aachen entfernt - sorgt immer wieder für Negativschlagzeilen. Tihange 1 war schon im Dezember nach einem Feuer gestoppt worden, wenig später aber wieder ans Netz gegangen. Der Reaktorblock Tihange 2 ist trotz Tausender Haarrisse ebenfalls wieder in Betrieb genommen worden.

Gerade auf deutscher Seite gibt es erhebliche Zweifel an der Sicherheit des belgischen Atomkraftwerks. Unter anderem hat die Städteregion Aachen Klage gegen den Weiterbetrieb der Reaktoren eingereicht. Aachen fordert die Stilllegung von Tihange.

Neue Kontrollen bei Tihange 2

Das in die Jahre gekommende AKW war am Dienstag (23.02.2016) auch Thema bei einem Treffen von Vertretern der Euregio Maas Rhein mit dem belgischen Innenminister in Brüssel. Ein Ergebnis: Deutsche Experten sollen jetzt Zugang zum maroden Atomreaktor Tihange 2 bekommen.

Zum ersten Mal sollen unabhängige, aber auch kritische Fachleute, die von der Bundesregierung benannt werden, sich selber ein Bild machen können. Dazu werden sie eigene Untersuchungen machen und auch Informationen von der belgischen Atomaufsicht bekommen. Sollten die Untersuchungen ergeben, dass von dem mit Tausenden Haarrissen belasteten Reaktor tatsächlich eine Gefahr ausgehe, wollen sich Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Oliver Paasch, der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft, gemeinsam für eine umgehende Abschaltung einsetzen.

Stand: 23.02.2016, 17:57