Tausende Tamilen pilgerten nach Kevelaer

Tamilen beten am christlichen Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein an einer Marienfigur

Tausende Tamilen pilgerten nach Kevelaer

  • Tausende Tamilen nach Kevelaer gepilgert.
  • Tamilen flohen in den 80ern vom Krieg auf Sri Lanka.
  • Wallfahrt nach Kevelaer ist religiöses Highlight.

In Kevelaer am Niederrhein waren am Samstag (12.08.2017) mehrere tausend Tamilen aus ganz Westeuropa zu ihrer jährlichen Wallfahrt eingetroffen. Etwa die Hälfte der Teilnehmer ist katholisch, die andere hinduistisch.

Die 30. Ausgabe der farbenprächtigen Wallfahrt startete mit einem Pontifikalamt im Forum Pax Christi.

Gebet für die Gleichberechtigung in Sri Lanka

An dem Gottesdienst nahmen auch zahlreiche tamilische Priester aus Deutschland und den angrenzenden Ländern teil. Als Hauptzelebrant für die Eucharistiefeier war der neue ernannte Bischof Justin Gnanapragasam aus der Diözese Jaffna im Inselstaat Sri Lanka nach Kevelaer angereist. Er betete mit den Tamilen für die Gleichberechtigung ihrer Landsleute in Sri Lanka. Zwar sei der Bürgerkrieg dort seit 2009 beendet, es seien aber immer noch nicht alle Probleme befriedigend gelöst, sagte der Bischof.

Tamilenseelsorge im Bistum Essen ist Veranstalter der Wallfahrt

Gnadenkapelle in Kevelaer

Ziel viele Gläubiger: Gnadenkapelle in Kevelaer

Veranstaltet wurde die Wallfahrt von der Tamilenseelsorge im Bistum Essen, die auch vom Bistum in Aachen Unterstützung erhält. Die Tamilenwallfahrt ist die größte Einzelwallfahrt in dem niederrheinischen Marienort. An die Eröffnung schloss sich eine Prozession an.

60.000 Tamilen sollen in Deutschland leben. Die Wallfahrt nach Kevelaer ist ein Höhepunkt ihrer Religion und ebenso wichtig wie der Marienwallfahrtsort Madhu in ihrer ursprünglichen Heimat.

Marienverehrung in Madhu

In Madhu wird eine 400 Jahre alte Marienstatue verehrt. Mehrere 100.000 Menschen nehmen alljährlich daran teil, darunter nicht nur Katholiken und Christen anderer Konfessionen, sondern auch Buddhisten und Hindus.

Ein Fünftel der Bevölkerung Sri Lankas gehört der katholischen Kirche an; die Singhalesen im Süden des Landes sind mehrheitlich Buddhisten. Die katholische Kirche ist eine der wenigen Institutionen, die in beiden Bevölkerungsgruppen verankert ist und damit zu Versöhnung nach dem Bürgerkrieg beitragen kann.

Stand: 12.08.2017, 13:59