Schüler lassen echtes Schul-Skelett beerdigen

Veränderung: Beerdigungskultur im Wandel der Zeit

Schüler lassen echtes Schul-Skelett beerdigen

Endlich ewige Ruhe: Schüler haben in Stolberg bei Aachen ihr Schul-Skelett beerdigen lassen. Niemand wisse, wann und wie das Skelett einer Unbekannten an die Schule gelangt sei, sagte Lehrerin Birgit Heck-Wattjes am Freitag (17.06.2016).

"Es gab immer Schüler, denen das unheimlich oder unangenehm war", fügte die Lehrerin hinzu und betonte, es entspreche zudem nicht der Vorstellung von Würde nach dem Tod, wenn ein Skelett für den Biologie-Unterricht von einer Klasse in die andere getragen werde. Nun hat die Unbekannte ihren Platz in Frieden gefunden, auf einem Stolberger Friedhof.

Die 16-jährigen Schüler ihres Religionskurses hatten Heck-Wattjes' Vorschlag aufgegriffen und sich dafür eingesetzt, dass die vielen Schüler-Generationen am Ritzefeld-Gymnasium bekannte Unbekannte ihre letzte Ruhe bekommt. Nach der städtischen Zusage für eine anonyme Bestattung montierten die Schüler das Skelett auseinander, legten es in eine geschmückte Kiste und feierten einen Abschiedsgottesdienst. Das passte gut zum Thema Tod, Sterben, Auferstehung, das im Religionskurs gerade dran war. "Wir fanden das ziemlich cool", sagte die 16-jährige Schülerin Alina Ganser. Vor der Beerdigung hatte die Schule bereits ein "Ersatz-Skelett" aus Kunststoff angeschafft.

Stand: 17.06.2016, 14:10