Ermittlungen gegen mutmaßliche Salafisten

Einige Männer stehen vor den Rettungswagen und werden von der Polizei befragt

Ermittlungen gegen mutmaßliche Salafisten

Von Anne Burghard

War es ein harmloser Hilfstransport oder sollten Terror-Organisationen unterstützt werden? Als die Polizei einen Konvoi mit neun Rettungswagen auf der A3 stoppte, kontrollierte sie die Organisatoren: Gegen zwei von ihnen ermittelt nun der Staatsschutz. Zwei Männer sollen aus der Salafisten-Szene kommen.

"Wir haben Informationen, dass die beiden Männer aus der islamistischen Szene stammen", so der Bonner Polizeisprecher Robert Scholten. Sie gehören zu den insgesamt 13 Männern, die im Zusammenhang mit dem Rettungswagen-Konvoi kontrolliert wurden. Sie alle stammen aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen.

Militärkleidung sichergestellt

Ein Polizeiwagen steht vor zwei gelb-grün gemusterten Ambulanzwagen

Der Konvoi wurde am Rastplatz Logebach angehalten

Der Konvoi aus neun ausrangierten Rettungswagen war auf dem Weg in die Türkei, als die Polizei ihn auf der A3 bei Bad Honnef stoppte. In den Fahrzeugen: Babynahrung, Kleidung, Lebensmittel und Medikamente. Die Organisatoren beteuerten, es seien Hilfsgüter für Flüchtlinge in der Türkei. Allerdings fand die Polizei auch Verdächtiges. "In den Rettungswagen fanden sich frei verkäufliche Militärkleidung und Gurte aus dem militärischen Bereich. Beides haben wir sichergestellt", betont Polizeisprecher Scholten.

Autofahrer alarmierten Polizei

Die Rettungswagen stammten aus verschiedenen Ländern. Die bärtigen Männer am Steuer weckten den Verdacht einiger Autofahrer auf der A3. Sie riefen die Polizei, weil die Männer "wie Salafisten aussahen", so Scholten. Nach vierstündiger Kontrolle und der Sicherstellung der Militärkleidung durfte der Konvoi weiter fahren. Polizeisprecher Robert Scholten: "Wir haben im Rahmen unserer rechtlichen Möglichkeiten alles überprüft und untersucht. Die Anhaltspunkte haben aber nicht ausgereicht, um die Weiterfahrt zu untersagen."

Ungarische Überführungskennzeichen

Auch die Nummernschilder der Rettungswagen erregten die Aufmerksamkeit von Polizei und Zoll. Alle Fahrzeuge waren in Skandinavien gekauft worden, hatten aber ungarische Überführungskennzeichen. "Damit müssen die Wagen nicht technisch überprüft werden. Sie brauchen weder TÜV noch ASU", erklärt Polizeisprecher Scholten.

Verein aus Neuss im Hintergrund

Zwei der Autos aus dem Rettungswagen-Kovoi stehen hintereinander

Die Beamten durchsuchten die Rettungswagen und ließen den Konvoi weiterfahren

Zu den Organisatoren soll auch ein Hauptverantwortlicher des Vereins "Helfen in Not" aus Neuss gehören. Der Verein sammelt nach eigenen Angaben "im Namen Allahs" Spenden für Opfertiere und Hilfsprojekte im afrikanischen Niger und in Syrien. Der Verfassungsschutz hat bereits vor dem Verein gewarnt, weil dieser mit bekannten Salafisten-Predigern zusammen arbeiten soll.

Nach einigen Stunden auf dem Rastplatz durften die Männer weiterfahren. Nach eigenen Angaben waren sie mit den Hilfsgütern auf dem Weg ins türkisch-syrische Grenzgebiet.

Stand: 10.03.2016, 11:41