Drei, zwei, eins - und weg!

Drei, zwei, eins - und weg!

Von Katja Goebel (Text) und Anke Westermann (Fotos)

Das Bonn-Center am Bundeskanzlerplatz ist nun Geschichte. 18 Stockwerke rauschten auf Knopfdruck in nur rund vier Sekunden in die Tiefe. Übrig blieb ein Schutthaufen in einer riesigen Staubwolke.

Gebäude vor der Sprengung

Bonn muss künftig auf eines der zentralen Gebäude der Bonner Republik verzichten: Das Bonn-Center am Bundeskanzlerplatz wurde dem Erdboden gleichgemacht. Das Bild zeigt den letzten Blick auf das Gebäude - Sekunden vor der Sprengung.

Bonn muss künftig auf eines der zentralen Gebäude der Bonner Republik verzichten: Das Bonn-Center am Bundeskanzlerplatz wurde dem Erdboden gleichgemacht. Das Bild zeigt den letzten Blick auf das Gebäude - Sekunden vor der Sprengung.

Die Straßen rund um das altersschwache Hochhaus wurden weiträumig gesperrt. Auch eine nahe Bahnstrecke musste lahm gelegt werden. (Foto: dpa)

Erst ertönte eine Hupe der Feuerwehr. Kurze Zeit später wurde eine 400 Meter lange Zündschnur elektronisch von Sprengmeister Eduard Reisch gezündet. Innerhalb von rund vier Sekunden brach das Gebäude in sich zusammen. Die nahe Bahnbrücke vibrierte unter der gewaltigen Detonation.

Das 60 Meter Hochhaus mit seinen 18 Stockwerken war zunächst entkernt worden. Erst wurden die unteren Stützen gesprengt, dann gab es eine zweite Sprengung und der Koloss rutschte in das Fallbett hinein.

Für die 250 Kilo Sprengstoff wurden 1.500 Löcher in den Rohbau gebohrt. Solche Ladungen können nur mit einer speziellen Vorrichtung gezündet werden.

Bewohner von sieben Häusern mussten ihr Heim während der Sprengung verlassen. Aus sicherer Entfernung von 200 Metern durfte aber zugeschaut werden. Die Sprengung wurde monatelang vorbereitet, bevor sie schließlich zum Publikumsmagneten wurde. (Foto: dpa)

Nach dem großen Knall applaudierten die Zaungäste.

Die Feuerwehr hatte zuvor mit Wasser eine bis zu zwölf Meter hohe Nebelwand gegen die riesige Staubwolke errichtet, die für Minuten den Ort einhüllte.

Jetzt muss der Schutt und die Baugrube weggeräumt werden – dann erinnert gar nichts mehr an das einstige Hochhaus.

Ab Anfang 2018 soll an derselben Stelle ein bis zu 120 Meter hohes Bürogebäude entstehen, 2020 soll es fertig sein. Das Bauprojekt nennt sich "Der neue Kanzlerplatz". Der Turm soll das drittgrößte Gebäude Bonns werden. (Foto: dpa)

Stand: 19.03.2017, 15:07 Uhr