Alarm am Adenauer-Flughafen - Polizistin schlüpft durch Schleuse

Alarm am Adenauer-Flughafen - Polizistin schlüpft durch Schleuse

Von Christina Nerea Burger

Großalarm am Köln-Bonner Flughafen: Dort ist am Dienstagmorgen (01.03.2016) eine Frau ohne Kontrolle durch die Sicherheitsschleuse gelangt. Der Bereich im Terminal 2 wurde sofort komplett geräumt. Auch etwa 250 Passagiere, die bereits in zwei Maschinen saßen, mussten die Flugzeuge wieder verlassen. Die Frau ist inzwischen gefunden. Der WDR hat erfahren, dass es sich bei ihr um eine Polizistin handelt.

Nur den Dienstausweis hoch gehalten

Demnach hatte die Frau ihren Dienstausweis hoch gehalten und war einfach durch die Schleuse spaziert. An den Deutschen Flughäfen gibt es zwei verschiedene Sicherheitskontrollen. Eine sogenannte Paragraph 8 Kontrolle. Der müssen sich beispielsweise beamtete Waffenträger und das Personal des Flughafens stellen. Diese Kontrolle geht recht schnell über die Bühne. Dann gibt es die Paragraph 5 Kontrolle. Die gilt für alle Personen, die ein Flugzeug besteigen wollen. Selbstverständlich auch für Polizeibeamte, die nicht im dienstlichen Einsatz sind und etwa einfach nur einen Flug erreichen wollen.

Bundespolizist löste den Alarm aus

Eine Menschenmenge wartet an einem Flughafen.

Bei einigen Flügen kam es zu Verspätungen

Wie der WDR weiter aus Sicherheitskreisen erfuhr, hatte dann der Mitarbeiter einer privaten mit Personenkontrollen beauftragten Sicherheitsfirma einen Bundespolizisten aufgesucht und gefragt, ob das Verhalten der Frau so seine Ordnung hätte. Dieser Bundespolizist befand das alles für absolut nicht in Ordnung und löste Alarm aus. Mit erheblichen Konsequenzen für den Betrieb am Adenauer-Airport.

Etwa 250 Fluggäste müssen Flieger wieder verlassen

Am Flughafen selbst und natürlich auch im Flugbetrieb. Eine Ryanair- und eine Airberlin-Maschine mit insgesamt 250 Passagieren an Bord, wurden noch auf dem Flugfeld wieder geräumt. Der Flug der Ryanair nach Berlin wurde gestrichen. Alle Flüge, die vom Terminal 2 des Flughafen Köln-Bonn aus gestartet werden sollten, sind in ein anderes Terminal verlegt worden. Bei fünf Abflügen kam es zu Verspätungen von bis zu zwei Stunden. Ankommende Flüge waren nicht betroffen.

Terminal 2 am Flughafen geräumt

Geschlossene Sicherheitskontrollen an einem Flughafen.

Terminal 2 am Flughafen wird geräumt

"Wenn so etwas passiert wie heute Morgen, dann greifen sofort etliche Automatismen", erklärt Walter Römer, Sprecher des Flughafens. "Der komplette Sicherheitsbereich wird geräumt, alle müssen das Terminal verlassen. Und alle Passagiere, die in den beiden startbereiten Maschinen saßen, müssen erneut durch die Sicherheitskontrolle."

Auch Gepäck wird erneut kontrolliert

Ebenso wie deren Gepäck. Denn die Frau – das ist für die Bundespolizei eine konkrete Gefahr – hatte Kontakt zu anderen Fluggästen und Handgepäcksstücken hinter der Sicherheitsschleuse. Bedeutet: sie hätte rein theoretisch die Chance gehabt, unbemerkt irgendetwas dort zu deponieren.

Video-Aufnahmen werden ausgewertet

Alle Geschäfte und Boutiquen, die sich hinter der Sicherheitsschleuse befinden, wurden ebenfalls geräumt. Die Bundespolizei war zunächst zuversichtlich, die Unbekannte schnell zu finden. Ein Irrtum. Nachdem die Suche selbst bis zum Mittag noch keinen Erfolg gebracht hatte, räumte Martin Pauly, Sprecher der Bundespolizei am Flughafen, ein: "Vielleicht war die Personenbeschreibung doch nicht gut genug. Wir haben jetzt noch die Aufnahmen aus den Überwachungskameras ausgewertet. Und die beiden Maschinen, die wir geräumt haben, haben wir auch durchkämmt." Ergebnislos .

Flughafen prüft Regress-Ansprüche

Die Frau, die für so viel Aufregung am Airport gesorgt hat, wird zur Stunde von der Bundespolizei vernommen. Sollte sich herausstellen dass sie ihren Dienstausweis missbraucht hat, um schneller durch die Kontrolle zu kommen, dürften das erhebliche finanzielle Folgen haben. Der Flughafen prüft schon jetzt Regressansprüche.

Stand: 03.03.2016, 09:31