Externe Gutachter suchen nach Ursache für Kölner Seilbahn-Notfall

Externe Gutachter suchen nach Ursache für Kölner Seilbahn-Notfall

  • Externe Gutachter suchen nach Ursache.
  • Verkeilte Kabine geborgen.
  • Gutscheine und Köln-Tickets für gerettete Insassen.

Experten des TÜV begannen am Donnerstag (03.08.2017) damit, die Rheinseilbahn zu untersuchen. Die Gutachter sollen klären, warum sich am Sonntag (30.07.2017) eine Gondel in einem Hilfs-Seil verkantet hatte. 65 Fahrgäste hingen dadurch stundenlang in der Luft fest. Die Experten prüfen unter anderem die Seile, die Unfallstelle und die Gondel, die sich festgefahren hatte.

Am Mittwoch (02.08.2017) hatten Experten des Instituts für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart die Bahn unter die Lupe genommen, teilten die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) mit.

Noch nie dagewesene Rettungsaktion

Am Sonntagnachmittag hatte sich eine der 32 Kabinen der Seilbahn verkeilt. Damit war eine Weiterfahrt unmöglich. Die Kölner Feuerwehr startete eine spektakuläre und in dem Ausmaß für sie noch nicht da gewesene Rettungsaktion.

Da ein Großteil der Kabinen über dem Rhein festhing, mussten zahlreiche Fahrgäste, darunter viele Kinder, aus großer Höhe auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt werden. Andere wurden über Drehleitern von der Zoobrücke und dem Ufer aus der beängstigenden Situation gerettet.

Kölner Seilbahn muss evakuiert werden

WDR 2 | 30.07.2017 | 04:08 Min.

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Knapp fünf Stunden nach dem plötzlichen Not-Stopp der Kölner Seilbahn waren die Fahrgäste in Sicherheit gebracht. Ein Mann und eine schwangere Frau wurden leicht verletzt, sie hatten Kreislaufprobleme.

Bilder von der Rettungsaktion in Köln

Ein Sonntagsausflug wird zur Nervenprobe: Rund 100 Menschen mussten in Köln in luftiger Höhe ausharren. Nach einem Defekt hatten sich ihre Kabinen festgesetzt, nichts ging mehr.

Feuerwehrleute bergen am 30.07.2017 in Köln Menschen aus Gondeln der Seilbahn

Gegen 15.20 Uhr war es nach Feuerwehr-Angaben zum abrupten Stillstand der Seilbahn mit ihren 32 Gondeln gekommen.

Gegen 15.20 Uhr war es nach Feuerwehr-Angaben zum abrupten Stillstand der Seilbahn mit ihren 32 Gondeln gekommen.

Feuerwehrleute nähern sich den stillstehenden Gondeln, um die darin ausharrenden Insassen in Sicherheit zu bringen.

Weil sich wohl ein Seil aus einer Verankerung gelöst hatte, stellte sich eine Gondel schräg und brachte die Seilbahn zum Stillstand.

Die Fahrgäste mussten aus großer Höhe auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt werden.

Einsatzkräfte nehmen die Geretteten in Empfang und versorgen sie.

Bei der spektakulären Rettung über dem reißenden Rhein bekommen die Rettungskräfte hundertfachen Applaus.

"Sowas ist noch nie passiert", sagte ein Feuerwehr-Sprecher. Im Oktober 2014 war es zwar bei starkem Wind zu einem Notfall an der Seilbahn gekommen. Damals musste aber nur eine Familie aus einer Gondel gerettet werden - Eltern und Kinder wurden damals auf ein Boot abgeseilt. Auch diesmal musste dieser Rettungsweg gewählt werden.

Viel Applaus für die Rettungskräfte

Bei der spektakulären Rettung festsitzender Seilbahn-Fahrgäste über dem Rhein bekamen die Rettungskräfte hundertfachen Beifall: Als eine Mutter mit ihrem Kind aus einer Gondel auf ein Feuerwehrschiff abgeseilt wurde und beide sicher ankamen, applaudierten Zuschauer am Rheinufer spontan. Hunderte verfolgten das Geschehen von dort aus.

Unterdessen schaut die KVB, wie sie den Betroffenen "eine Freude machen" kann. KVB-Sprecher Matthias Pesch sagte, Mitarbeiter seien dabei, alle Insassen anzurufen, um sie zu fragen, worüber sie sich freuen würden. "Das können Phantasialand-Gutscheine für die Kinder sein, FC-Karten oder auch Tickets für die Philharmonie", erklärte Pesch. Zudem bekomme jeder einen Brief sowie einen Blumenstrauß als Entschuldigung.

Stand: 02.08.2017, 14:06