Rinderherpes im Kreis Düren

Eine Kuh im Stall

Rinderherpes im Kreis Düren

Von Silvia Andler

Landwirt Heinz-Gerd Erven aus Titz fürchtet um seine Existenz: 80 seiner 100 Rinder sind von einem Herpesvirus befallen. Für Menschen ungefährlich, aber für Rinder hochansteckend.

Sollten seine Tiere geschlachtet werden müssen - so erzählt Heinz-Gerd Erven - könne er sich von dem wirtschaftlichen Schaden nicht mehr erholen. Die Herde habe er in Jahrzehnten aufgebaut. Einen schnellen Ersatz gäbe es dafür nicht. Das Kreisveterinäramt in Düren hatte bei seiner Rinderherde das hochansteckende, sogenannte BHV1-Virus entdeckt und die Entfernung seiner Tiere gefordert.

Ein Bauer in seinem Kuhstall

Heinz-Gerd Erven fürchtet um seine Existenz

NRW sieht Exportvorteile für das Fleisch gefährdet

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW ist es Ziel, in Deutschland tierseuchenfrei zu werden, um das Fleisch so besser ins Ausland verkaufen zu können und sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. In der Vergangenheit waren laut Landwirtschaftskammer auch andere Rinderhalter von einer Schlachtung ihrer Kühe wegen des BHV1-Virus betroffen.

Infiziertes Fleisch für Verbraucher ungefährlich

Obwohl das vom Herpesvirus befallene Fleisch für den menschlichen Verzehr laut Veterinäre unbedenklich ist, hat es laut Landwirtschaftskammer keine Chance, in den Verkauf zu gelangen. Die infizierten Tiere würden in Europa in der Regel nicht gekauft.
Der betroffene Landwirt hatte bereits vor dem Verwaltungsgericht Aachen gegen die Entscheidung des Kreisveterinäramts geklagt, allerdings ohne Erfolg. Nun erwägt er eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht.

Stand: 26.02.2016, 11:32