Ursachen von Alzheimer und Parkinson vermeiden

Ursachen von Alzheimer und Parkinson vermeiden

Von Birgit Becker

"Alzheimer" gilt als Volkskrankheit, in Deutschland leiden etwa eine Million Menschen daran, Tendenz steigend. Das Bonner Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen sucht die Ursachen für altersbedingte Krankheiten - und wie man sie vermeiden kann. Dafür unterersucht das Deutsche Zentrum für Nerogenerative Erkrankungen, kurz DZNE, 30.000 Rheinländer über Jahrzehnte. Am Wochenende sind die ersten Einladungen an Teilnehmer per Post rausgegangen.

Das Vergessen beginnt mit der Ablagerung von Proteinen im Gehirn. Diese Ablagerungen stören die Kommunikation zwischen den Hirnzellen - sie sterben dadurch ab. Mittlerweile sind einige Ursachen für die Krankheit gut belegt. Aber noch längst nicht alle. Um diesen Ursachen auf die Spur zu kommen - und vor allem, um Alterbedingten Krankheiten vorzubeugen - wollen Forscher gut 30.000 Menschen über Jahre hinweg beobachten und untersuchen. Monique Breteler ist Direktorin für Populationsbezogene Gesundheitsforschung am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, kurz DZNE. Sie ist verantwortlich für die Rheinlandstudie: "Wir sind daran interessiert, was sind die Ursachen die Krankheiten auslösen, aber auch, welche Faktoren bestimmern eigentlich ein gesundes Altern?"

"Wie können wir länger - und gesund länger leben?"

Portrait einer grauhaarigen Frau

Monique Breteler, Direktorin am DZNE

Die Voraussetzungen für gesundes Altern zu kennen, wird immer wichtiger in einer Gesellschaft, in der viele Menschen immer länger leben. Um zu verstehen, wie Ernährung, Sport und auch Krankheiten das Älterwerden beeinflussen, wollen die Forscher zum Beispiel die Gehirne der Studienteilnehmer mit modernsten Magnet-Resonanz-Tomografen scannen. Sie werden Blut- und Haarproben untersuchen, Ernährungsgewohnheiten und körperliche Fitness auswerten, sagt die renommierte Hirnforscherin Monique Breteler: "Wir brauchen diese Kenntnisse um bessere Methoden für Prävention von Erkrankungen zu entwickeln, und vor allem die, die ein erhöhtes Risiko für diese Krankheiten haben, früh identifizieren zu können. Denn sie werden besonders von den Präventivmaßnahmen profitieren." Die Teilnehmer können also, so die Hoffnung der Forscherin, direkt dazu beitragen, künftigen Generationen Alterskrankheiten wie Demenz, Parkinson und Depressionen zu ersparen.

Teilnehmer profitieren auch direkt von der Studie

Bunte Fasern auf schwarzem Hintergrund

Visualisierung von Nervenfasern im Gehirn

Die Teilnehmer können aber auch selbst von den Untersuchungsergebnissen aus der Studie profitieren. Auch wenn die Neurologin Breteler betont, dass die Studie kein Gesundheits-Check für die Teilnehmer ist: "Aber natürlich untersuchen wir die Teilnehmer. Und wenn wir dabei Ergebnisse feststellen, die uns auffallen, dann teilen wir das den Teilnehemrn auch mit und geben ihnen zielgerichtete Empfehlungen, was zu tun ist, etwa, mit welchem Arzt sie diese Ergebnisse besprechen sollten." Dazu kommt ein weiterer Vorteil für die Teilnehmer. Sie haben nach der Erfahrung von Monique Breteler gar keine andere Chance, als gesünder alt zu werden als Vergleichsgruppen ohne Studie: "Wenn man auf die unterschiedlichen Risikofaktoren schaut, kann das einen positiven Effekt haben." Wer weiß, wie welche Risikofaktoren bei ihm ganz konkret wirken, der kann offenbar gar nicht anders, als sich gesundheitsbewußter zu verhalten als er das ohne dieses Wissen getan hätte.

DZNE lädt potentielle Teilnehmer ein

Für die Teilnahme an der Studie kann sich niemand selbst bewerben, das Bonner Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, kurz DZNE, lädt ab sofort die ersten Teilnehmer zur "Rheinlandstudie" ein. Das sind im ersten Schwung allesamt Bürger aus Bonn-Beuel, die mindestens 30 Jahr alt sind. Damit wollen die Wisenschaftler einen Querschnitt der Bevölkerung erreichen und die Lebensumstände Erwachsener in unterschiedlichen Altersstufen untersuchen. Schon jetzt - lange vor den ersten Ergebnissen der Rheinlandstudie - steht eine simple Faustformel der Hirnforscher fest, sagt Monique Breteler: "Alles was gut ist für Herz ist auch gut fürs Hirn."

Das DZNE lädt die angeschriebenen Teilnehmer zu Informationsveranstaltungen ein. Am 2. März 2016, zwischen 17 und 19:30 Uhr und am 5. März 2016, zwischen 10 und 12:30 Uhr in den Konferenzraum der evangelischen Kirchengemeinde Beuel-Süd, Dietrich-Bonhoeffer-Straße 8.

Stand: 22.02.2016, 14:02