Paddeln auf dem Rhein gegen Plastikmüll

Paddeln auf dem Rhein gegen Plastikmüll

Paddeln auf dem Rhein gegen Plastikmüll

Von Thomas Kalus

  • Umweltschützer paddelt 1.200 Kilometer auf dem Rhein
  • Der Niederländer protestiert gegen Plastikmüll in Gewässern
  • Merjin Tinga will Unternehmen zur Rechenschaft ziehen

Ein niederländischer Umweltaktivist macht in diesen Tagen mit einer spektakulären Aktion auf sich aufmerksam. Merijn Tinga paddelt auf einem sogenannten "Stand-Up-Paddle"-Brett stehend den gesamten Rhein hinab. Von Konstanz bis zur Nordsee sind das 1.200 Kilometer.

Der selbsternannte „Plastic Soup Surfer“ protestiert mit dieser sportlichen Aktion gegen die Verschmutzung der Gewässer durch Plastikmüll.

Öko-Aktivist seit 2. Juni auf dem Rhein unterwegs

Paddeln auf dem Rhein gegen Plastikmüll

Besonderer Protest auf dem Wasser

Die Hände von Merijn Tinga sind übersät mit dunklen Schwielen. Sein Paddel legt er nur in den Pausen und beim Schlafen aus der Hand. Jeden Tag schafft er rund 50 Kilometer auf dem "Stand-Up-Paddle"-Brett.

Am Sonntagabend (18.06.2017) ist er im Dormagener Kanuclub eingetroffen, wo er eine Nacht blieb. Am Montagvormittag ging seine ungewöhnliche Reise weiter nach Krefeld, seiner nächsten Station.

Anfang Juli will der Biologe die Nordsee erreichen

Der 44-Jährige nimmt auf seiner Paddel-Tour überall exemplarisch Plastikmüll mit. Rund 40.000 Tonnen des Mülls muss der Rhein jedes Jahr verkraften, erzählt Merjin dem WDR: „Da sich Plastik aber nicht biologisch abbaut, landet ein Teil davon als mikroskopisch kleine Teilchen in der Nahrungskette“.

„Alles kann ich natürlich nicht rausfischen, da würde ich sonst untergehen“, sagt er. Am Ende wird er zehn Firmen, deren Plastikmüll er am häufigsten gefunden hat, anschreiben und mit der fatalen Situation konfrontieren. Er will sie zur Rechenschaft ziehen.

Öko-Aktivist plant danach Vorträge und eine Doku

Seine Rhein-Tour finanziert der sympathische Holländer über Spenden: „Wenn 100 Spender fünf Euro geben, kann ich schon meinen Rechtsanwalt mit einem Mahnschreiben beauftragen“, sagt er. Wenn er seine Tortur hinter sich hat, will er Vorträge darüber halten.

Außerdem wird er ständig von einem Kamerateam begleitet, das einen Dokumentarfilm über seine Reise dreht.

Stand: 19.06.2017, 14:33