Schaf totgebissen - war es ein Wolf?

Ein Wolf von Vorne

Schaf totgebissen - war es ein Wolf?

In Reichshof-Mittelagger sorgt ein totgebissenes Schaf für Aufregung: Eine Speichelprobe soll jetzt klären, ob ein Wolf möglicherweise das Tier getötet hat. Das Ergebnis wird erst in einigen Wochen vorliegen.

Das Schaf war gestern Morgen mit durchgebissener Kehle gefunden worden. Allerdings könnten die Bisswunden nach Aussagen des Schäfers, Wolfgang Motzkau, auch von einem großen Hund stammen. Er hat vor einiger Zeit bereits schon mal ein Tier durch einen tödlichen Hundebiss verloren. Wolfgang Motzkau ist zur Zeit mit seinen 100 Schafen im Oberbergischen unterwegs.

Schäfer warnen vor Wölfen

Ein Schäfer inmitten der Schafsherde

Schäfer bangen um ihre Herden

Zwar wurden dort bislang noch keine Wölfe gesehen, doch Schäfer und Schafzüchter warnen seit längerem davor, dass Wölfe auch in NRW bald zu einer ernsten Gefahr für ihre Herden werden könnten. Mehr als 130.00 Schafe gibt es in Nordrhein-Westfalen und bislang haben Schäfer nur wenig Mittel , um ihre Herden vor den Angriffen durch die Raubtiere zu schützen.

NRW ist für Wölfe geeignet

Zwei Schafe im Vordergrund auf einer Wiese

Nicht der erste Angriff von Wölfen

Auch nach Einschätzung des Natuschutzbundes Deutschland (NABU) gibt es in NRW-Regionen, die für Wölfe geeignet wären, auch das Oberbergische zählt dazu, zumal die Tiere sehr anpassungsfähig sind. Sie ernähren sich hauptsächlich von Rehen, aber auch von Hirschen und Wildschweinen. In der Lausitz jagen sie auch Hasen.

Nicht die erste Wolfsangriff in NRW

Wenn ein Wolf das Schaf im Oberbergischen gerissen hat, ist es nicht die erste Attacke in NRW. 2009 hat ein Wolf aus dem angrenzenden Reinhardswald in Hessen bei einem Streifzug in Ostwestalen ein Schaf gerissen. Es war der erste Hinweis auf Wölfe in NRW seit 1835. Anfang 2015 ging ein Wolf im Raum Siegen in eine Fotofalle. Außerdem bestätigte eine DNA-Probe, dass ein Wolf im Kreis Minden-Lübbecke ein Schaf gerissen hatte. Auch im Nachbarbundesland Niedersachsen gibt es Wolfsrudel. Da die Tiere pro Nacht bis zu 40 Kilometer zurücklegen, wäre es für den NABU keine große Überraschung, wenn es auch in Nordrhein-Westfalen bald Wölfe ansiedelten.

Keine Gefahr für Menschen

Während die Raubtiere für Schafe gefährlich sind, sind sie für Menschen keine Gefahr, sagen Wolfsexperten. Die Tiere wollen auf ihren nächtlichen Streifzügen Menschen nicht begegnen.

Stand: 24.02.2016, 14:00