Die Welt dankt Bonn für einen reibungslosen Gipfel

G20 Treffen der Außenminister in Bonn.

Die Welt dankt Bonn für einen reibungslosen Gipfel

Von Jörg Sauerwein

  • Das Essen und die netten Polizisten gelobt
  • Tagungsort ein Signal für Nachhaltigkeit
  • Nun auch für den Weltklimagipfel gerüstet

Ein ausgesprochen positives Echo hat der Ablauf des G20-Außenminister-Treffens in Bonn gefunden. Nun sind die Minister, ein Großteil der rund 400 Journalisten und auch viele der 2.000 Polizisten wieder fort, aber eines bleibt: Die Erkenntnis, dass die große Weltbühne in Bonn noch immer funktioniert.

Polizeiwagen und Absperrungen rund um das GOP in Bonn.

Auch Anwohner sowie das GOP Variété sind von den Absperrungen betroffen

Dafür bedankte sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel bei der Stadt, den Bürgern und den Sicherheitskräften: "Sowas ist ja auch immer ein bisschen Belastung für die Menschen in der Stadt, wenn überall die Polizei steht, weil sich ein internationales Treffen abspielt - von daher vielen Dank und ich hoffe, dass die Belastungen nicht zu groß gewesen sind. Wir jedenfalls - und das haben die Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt eben auch gesagt, haben uns hier sehr wohlgefühlt. Das ist ein exzellentes Konferenzzentrum."

Journalisten aus aller Welt: Essen gut - Polizisten freundlich

Das Alte Rathaus in Bonn

Das Alte Rathaus in Bonn

Nicht nur die Politiker verteilten gute Noten. "Ja, ich glaube, Bonn kann gut Konferenzen", sagt zum Beispiel der niederländische Journalist Jeroen Wollaars vom Niederländischen Rundfunk und ergänzt: "Das Essen hier ist außergewöhnlich, meine ich. Die Atmosphäre hier ist gut. Ich fand, was ich von der Stadt gesehen habe, auch unerwartet schön. Vielleicht komm ich mal zurück." Das unterschreibt auch sein Kollege Takeshi Togawa, der für einen japanischen Fernsehsender nach Bonn gekommen war, um über das Außenministertreffen zu berichten. Bonn kannte er vorher gar nicht. Seine Erkenntnis formuliert er so: "Bonn is very beautiful. And I think the police and the controls are very good, and the organization is very good." Eine wirklich schöne Stadt, und auch Sicherheit und Organisation seien wirklich gut gewesen, schwärmte der Japaner über die Bonner Konferenz.

Bonn ein Signal für die Zukunft

Wie lange die Hauptstadtzeiten vorbei sind, konnte man daran erkennen, dass viele Journalisten kaum glauben konnten, dass der Plenarsaal mit seinem großen Bundesadler tatsächlich einmal der frühere Bundestag war. Bonn sei aber auch ein Symbol für die Zukunft, erklärte Sigmar Gabriel - und die liege politisch gesehen nicht in der Abschottung einzelner Länder, sondern in der Zusammenarbeit.

Das war für Sigmar Gabriel auch ein Grund für sein Bonn-Votum: "Deshalb übrigens haben wir uns diesen Standort ausgesucht. Bonn nicht nur, weil hier mal die Bundeshauptstadt war, sondern weil jetzt hier ein UN-Standort ist für Nachhaltigkeit. Ein sichtbares Zeichen, auch symbolhaft für unsere Unterstützung der Vereinten Nationen."

Gut gerüstet für nächsten Gipfel mit 20.000 Gästen

Und in Bonn heißt es fast schon wieder: Nach der Konferenz ist vor der Konferenz. Denn nicht nur, dass im Mai das Klimasekretariat mit fast 3.000 Delegierten an den Rhein kommt - wirklich voll wird es im November: Dann kommt die 23. Weltklimakonferenz nach Bonn und mit ihr mehr als 20.000 Teilnehmer. Auch deshalb war das G20-Außenministertreffen für die Sicherheitskräfte ein gutes Warmlaufen, sagt Polizeisprecher Robert Scholten: "Wir sind zufrieden. Wir haben insbesondere auch die Kolonnen gut führen können. Für uns ist natürlich auch ganz wichtig: Wir haben die Sicherheit der Teilnehmer der Konferenz gewährleisten können, eigentlich unser wichtigster Punkt."

Russischer Botschafter mit Verabschiedung auf Deutsch

Russlands Außenminister Wladimir Grinin.

Russlands Außenminister Wladimir Grinin gefiel es im Bönnsch

Diese Sicherheit wurde nicht nur im Konferenzzentrum gewährleistet, sondern auch in der Bonner Innenstadt. Zum Beispiel, als der russische Botschafter Wladimir Grinin ziemlich spontan zum Essen ins Traditionslokal Bönnsch kam. Kein Problem. Und als eine angeheiterte Karnevalistin im rot-weißen Röckchen dem Botschafter zum Abschied "Do swidanja!" zurief, lächelte er und antwortete auf Deutsch mit russischem Akzent: "Auf Wiedersehen". Die Gelegenheit dürfte es dazu in Bonn bestimmt geben.

Stand: 17.02.2017, 17:17