Spekulationen um explodierten Thermomix

Thermomix TM 31 in Benutzung steht in Küche auf Arbeitsplatte

Spekulationen um explodierten Thermomix

Von René Rabenschlag

Berichte aus Australien schrecken Thermomix-Anhänger auf: Dort soll ein Gerät des Wuppertaler Herstellers Vorwerk während des Kochens explodiert sein. Die Benutzerin soll Verbrennungen erlitten haben.

Es sind schockierende Bilder, die australische Medien verbreiten: Die junge Familienmutter Danika Jones berichtet im Fernsehen davon, wie sie plötzlich von kochend heißer Pastasauce überschüttet worden sei und dabei Verbrennungen zweiten Grades erlitten habe. Angeblich sei ihr Thermomix (Modell TM31) völlig unerwartet explodiert. Fotos von der über und über besudelten Küche und den Brandblasen am ganzen Körper werden ebenfalls gezeigt.

Alle 38 Sekunden wird weltweit ein Thermomix verkauft

Der Thermomix gilt als Ferrari unter den Küchenmaschinen. Der Verkaufspreis des kochenden Edelmixers liegt bei deutlich über 1000€. Nach eigenen Angaben verkauft das Wuppertaler Unternehmen Vorwerk alle 38 Sekunden weltweit ein Gerät. 2014 hatte das Unternehmen das Modell TM 31 durch den Hightech-Nachfolger TM 5 ersetzt. Die Vorwerk-Pressestelle zeigt sich heute (09.03.2016) wortkarg. Man bedauere, dass es zu einem Unfall gekommen sei. Ansonsten verweist man auf eine schriftliche Stellungnahme.

Die Vorwerk-Erklärung im Wortlaut:

„Wir haben von dem Vorfall in Australien mit dem Thermomix TM31 gehört und bedauern diesen sehr. Unserem australischen Distributor ist der betroffene Thermomix TM31 bislang leider nicht für eine Überprüfung des Gerätes zur Verfügung gestellt worden. Dies wäre wichtig, um die Ursachen des Vorfalls ergründen zu können.

Weitere Detailinformationen liegen uns derzeit daher nicht vor. Sie können darauf vertrauen, dass Vorwerk in verantwortungsvoller Weise alle Anstrengungen unternimmt, sämtlichen Sicherheitsrisiken für seine Kunden vorzubeugen. Der Thermomix ist ein sicheres Produkt, sofern das Gerät entsprechend der Bedienungsanleitung genutzt wird.“

Bedienungs- oder Materialfehler?

Weltweit gibt es jetzt, vor allem über die sozialen Netzwerke, eine Diskussion über die Gefährlichkeit des Thermomix. Thema ist auch, in wie weit eine defekte Dichtung die Ursache gewesen sein könnte. Vorwerk hatte Kunden 2012 aus Sicherheitsgründen einen Austausch der Dichtungen empfohlen.

Frau mit roter Schürze kocht, recht daneben steht ein Thermomix TM 31

Christine Kirschbaum

Kenner des Geräts, etwa die Wuppertaler Koch-Lehrerin Christine Kirschbaum, bezweifeln jedoch, dass die Maschine wirklich explodiert sei. Tatsächlich, so vermutet sie, könne es auch sein, dass die Australierin zu viel Flüssigkeit in den Thermomix gefüllt habe. Vorwerk schreibt in ausführlichen Bedienungsanleitungen genau vor, wie das Küchengerät befüllt und benutzt werden darf. Das teure Teil kann unter anderem kochen und pürieren, entwickelt bei letzterem enorme Kraft.

Ein Fehler im Handling oder nicht? Das Opfer hat nach Medienberichten einen Anwalt eingeschaltet, um das Gerät des Wuppertaler Herstellers selbst von einem Sachverständigen untersuchen zu lassen.

So berichten australische Medien auf Twitter über das Geschehen:

Stand: 09.03.2016, 17:00