Polizei beendet Protestaktionen der Braunkohlegegner

Polizei beendet Protestaktionen der Braunkohlegegner

  • Hunderte Braunkohlegegner in Tagebau eingedrungen
  • Polizei beendet Proteste nach Straftaten
  • Aktivisten wollten Braunkohlebagger besetzen
  • RWE hatte zwei Bagger abgeschaltet

Am Sonntagmorgen (05.11.2017) hatten die Proteste gegen den Braunkohleabbau im Rheinischen Revier begonnen. Am späten Nachmittag erklärte die Polizei, die Veranstaltung sei nach Straftaten aufgelöst worden.

Polizei setzt Pfefferspray ein

Laut Veranstalter hatten 4.500 Umweltaktivisten mit Blockade-Aktionen für den Kohleausstieg demonstriert. Die Polizei sprach dagegen von 2.500 Demonstranten. Am Mittag erreichten zahlreiche Braunkohlegegner die Abbruchkante in Hambach, mehrere hundert Demonstranten drangen in die Grube ein. Die Aachener Polizei teilte mit, Beamte hätten Pfefferspray eingesetzt. Ein Aktivist wurde vorläufig festgenommen.

Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hatte die Teilnehmer dazu aufgerufen, Bagger zu besetzen. Damit wollte man einen Tag vor Beginn des Klimagipfels in Bonn ein deutliches Zeichen für einen schnellen Ausstieg aus der Kohle setzen, so die Organisatoren.

Tausende protestieren gegen Braunkohle

WDR 2 | 05.11.2017 | 02:01 Min.

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Klima-Aktivisten aus der Pazifik-Region

Der Protesttag hatte am Morgen mit einer feierlichen Zeremonie von Klima-Aktivisten aus der Pazifik-Region begonnen. Die Aachener Polizei war mit mehreren Hundertschaften im Einsatz. Der Betreiber RWE erhöhte seine Sicherheitsvorkehrungen.

Bildergalerie: Der Marsch zur Abbruchkante

Am Sonntag gelangten Umweltaktivisten des Bündnisses "Ende Gelände" auf das Gelände des Braunkohletagebaus. Sie protestierten gegen den Braunkohletagebau.

Demo am Hambacher Forst

Die Demonstranten sammelten sich am frühen Sonntagvormittag (05.11.2017) in der Nähe des Braunkohletagebaus. Rund 2.500 Menschen nahmen teil. Sie wollten vor der Weltklimakonferenz Druck für einen schnellen deutschen Kohleausstieg machen.

Die Demonstranten sammelten sich am frühen Sonntagvormittag (05.11.2017) in der Nähe des Braunkohletagebaus. Rund 2.500 Menschen nahmen teil. Sie wollten vor der Weltklimakonferenz Druck für einen schnellen deutschen Kohleausstieg machen.

Gleich zwei Demonstrationszüge mit Plakaten und Fahnen starteten Richtung Hambacher Forst.

Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hat die Teilnehmer auch dazu aufgerufen, Bagger zu besetzen. Unter den Augen der Polizeibeamten machten sich Aktivisten auf den Weg.

Dabei ging es auch durch das Dorf Morschenich im Kreis Düren, das künftig dem Tagebau weichen soll.

Bereits kurz nach Beginn der Demonstration spaltete sich am Vormittag eine größere Gruppe von Teilnehmern vom eigentlichen Demonstrationszug ab und machte sich auf den Weg in Richtung Tagebau.

Die Polizei verstellte den Demonstranten mit Pferden den Weg.

Die Demonstranten waren am Nachmittag bis an die Abbruchkante gelangt. Es gab laute Durchsagen, dass sich die Aktivisten damit in Lebensgefahr begeben. Die Böschung könne jederzeit abbrechen, so ein RWE-Sprecher zum WDR.

Im Lauf des Nachmittags kam es dann zu Auseinandersetzungen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Polizisten setzten weglaufenden Demonstranten nach.

Gegen 16 Uhr gab die Polizei über Twitter bekannt, sie löse die Versammlung wegen vorangegangener Straftaten auf.

Proteste rund um den Braunkohletagebau

Demonstranten gegen den Braunkohletagebau im Rheinland

Zwei Bagger wurden abgeschaltet. Zwei Aktivisten, die Elektroschocker bei sich trugen, wurden vorläufig festgenommen. Die Besetzung des Tagebaus sollte nach Angaben des Aktionsbündnisses mehrere Stunden dauern.

Bunter Protest in Bonn

In Bonn hatten am Samstag tausende Menschen für einen Kohleausstieg demonstriert. Die Veranstalter sprachen von rund 25.000 Demonstranten. Am Montag (06.11.2017) beginnt in Bonn die 23. Weltklimakonferenz, bei der über die weitere Umsetzung der Klimaziele von Paris beraten wird. Das Pariser Klimaschutzabkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken.

Stand: 05.11.2017, 17:20