Polizeischutz für RWE-Mitarbeiter

Ein Polizeiwagen begleitet die Arbeiten im Hambacher Forst.

Polizeischutz für RWE-Mitarbeiter

Von Stephan Pesch

  • RWE fällt seit Montagmorgen (28.11.2016) weitere Bäume im Tagebaugebiet
  • Braunkohlegegner sehen "Rote Linie" überschritten
  • Polizei wollte Eskalationen verhindern

Seit dem Sonnenaufgang machte der Betreiber des Tagebaus Hambach seine Ankündigung wahr. Das Unternehmen ließ südlich der mittlerweile abgetragenen Trasse der alten A4 die ersten Bäume fällen. RWE-Sprecher Guido Steffen: "Es ist ein kleiner Streifen hinter der ehemaligen Anschlussstelle Kerpen-Buir". In den kommenden Wochen sollen noch zwei weitere Gebiete im Hambacher Forst gerodet werden.

Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Auch die Polizei war seit den frühen Morgenstunden im Hambacher Forst. Die Einsatzkräfte räumten mit panzerähnlichen Fahrzeugen Barrikaden von den Wegen. Streifenwagen fuhren entlang der ehemaligen A4.

Im Hambacher Forst werden weitere Bäume gefällt.

Im Hambacher Forst werden weitere Bäume gefällt.

Der Polizeieinsatz habe ausdrücklich nicht den Zweck, besetzte Baumhäuser oder das an den Wald angrenzende Wiesencamp zu räumen, so die zuständige Polizeibehörde Aachen. Dies sei den Bewohnern des Wiesencamps und Vertretern der Bürgerinitiative bereits kurzfristig vor Beginn der Einsatzmaßnahmen mitgeteilt worden.

Dass RWE erstmals südlich der ehemaligen A4 rodet und damit in den Bereich vordringt, den Tagebaugegner als "Rote Linie" bezeichnen, machte den Einsatz besonders heikel. Man sei auf Übergriffe vorbereitet, hieß es dazu.

Immer wieder Übergriffe im Braunkohlerevier

Bereits in den vergangenen Wochen und Monaten hat es immer wieder Brände und Angriffe gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Am vergangenen Freitag wurden bei Titz-Höllen im Kreis Düren zwei Trafostationen in Brand gesetzt. Ob es sich bei den Tätern um Braunkohlegegner handelt, ist noch unklar.

Stand: 28.11.2016, 14:25