Rohrbomben-Bauer sitzt in U-Haft

Die am 24.06.2016 in der Kölner Innenstadt sichergestellte Rohrbombe

Rohrbomben-Bauer sitzt in U-Haft

Der 27-Jährige Dortmunder war am vergangenen Donnerstag einer Polizeistreife auf dem Kölner Alter Markt aufgefallen, weil er sich sehr nervös verhalten hatte. In seinem Rucksack hatte er eine Rohrbombe. Sie war funktionstüchtig.

"Im Fall einer Explosion hätte für Menschen im unmittelbaren Umfeld erhebliche Gefahr bestanden", teilte die Polizei mit. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen fand die Polizei Materialien für den Bau der Bombe und linksextreme Flugblätter. "Sie sind dem linken Spektrum zuzuordnen, mehr wollen wir im Moment dazu nicht sagen", so der Kölner Staatsanwalt Ulf Willuhn. Die Bombe sei aber "vom kriminalistischen Gehalt her nicht an oberster Schwelle anzusiedeln" - sprich nicht allzu ausgereift. Der Mann habe sie aus frei verkäuflichen Zutaten hergestellt.

Dortmunder ist polizeibekannt

Der 27-jährige Mann aus Dortmund ist vor fünf Jahren bereits durch eine politisch motivierte Gewalttat mit linksextremem Hintergrund aufgefallen. Worum es sich dabei genau gehandelt hat - auch dazu schweigt die Staatsanwaltschaft. Bisher geht sie davon aus, dass der Mann ein Einzeltäter ist.

In Schweigen hüllt sich auch der Dortmunder Bombenbauer. Er hat sich eine Anwältin genommen und hat in den Vernehmungen bisher nichts über Pläne und Motive gesagt.

Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen Vorbereitung eines Explosionsverbrechens.

Stand: 27.06.2016, 14:41