Per Hubschrauber zum "Pink-Panther"-Prozess in Köln

Drei mutmaßliche Mitglieder der international agierenden Bande "Pink Panther“ wurden zum Prozess per Hubschrauber eingeflogen.

Per Hubschrauber zum "Pink-Panther"-Prozess in Köln

Von Markus Schmitz

  • Mutmaßliche Mitglieder der "Pink Panther“ angeklagt.
  • Prozess wegen schweren Raubes.
  • Kölner Landgericht wird zur Sicherheitszone.

Unter verschärften Sicherheitsbedingungen ist am Dienstagvormittag (12.09.2017) der Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder der international agierenden Bande "Pink Panther“ gestartet. Nach nur 45 Minuten war der erste Prozesstag vorbei.

Im aktuellen Fall sollen die drei Männer aus Südosteuropa einen Werttransporter in Esslingen in Baden Württemberg überfallen haben. Dabei erbeuteten sie Schmuck und Uhren im Wert von 600.000 Euro, so die Anklage.

Kölner Landgericht

Die Männer müssen sich in den nächsten Wochen in Köln vor Gericht verantworten, weil sie hier eine Wohnung genutzt haben sollen, in der sie zum Beispiel Waffen versteckt haben sollen. Das Urteil ist für Ende November geplant.

Der Tathergangeng erinnert viele Ermittler an die Methoden der sogenannten Pink Panther Gruppe. Ein Netzwerk von Juwelenräubern, die vorrangig aus Südosteuropa stammen. Ein Beamter von Scotland Yard gab bei früheren Taten der Gruppe den Namen "Pink Panthers“, weil die Täter eine Taktik angewendet haben, die schon in einem Film "Pink Panther“ in den sechziger Jahren zu sehen war. Die Angeklagten in dem aktuellen Verfahren haben mit Pink Panther nichts zu tun, sagt die Verteidigerin.

Polizei befürchtet Befreiungsaktion

Die Sicherheitsbestimmungen für diesen Prozess sind besonders hoch. Das liegt daran, dass im Jahr 2013 Mitglieder der Bande aus einem Gefängnis in der Schweiz befreit wurden. Unter den Freigekommenen soll auch ein jetzt in Köln Angeklagter sein. Er saß in der Schweiz wegen eines Raubüberfalls in Haft.

Gruppe ist ein internationales Netzwerk

Zu den erhöhten Sicherheitsmaßnahmen beim Prozess gehörten auch Straßensperren.

Zu den erhöhten Sicherheitsmaßnahmen beim Prozess gehörten auch Straßensperren.

Die "Pink-Panther“- Gruppe hat in den vergangenen 15 Jahren mehr als 200 Überfälle begangen. Dabei sind die Täter teilweise sehr brutal vorgegangen. "Pink Panther“ ist nach Angaben von Interpol ein internationales Netzwerk von vielen Einzeltätern und verschiedenen kleinen Gruppen. Erst vor zwei Jahren verurteilte das Kölner Landgericht einen Mann, der auch in der Bande vermutet wird, zu sechseinhalb Jahren Haft. Er hatte zugegeben, einen Juwelier in der Kölner Innenstadt überfallen zu haben. Im aktuellen Prozess ist das Urteil für Ende November geplant.

Stand: 12.09.2017, 09:48