Monheim: Bürger verlangen mehr Informationen über Moschee-Pläne

Monheim: Bürger verlangen mehr Informationen über Moschee-Pläne

Von Peter Hild

In einer Bürgerversammlung hat die Stadt Monheim am Donnerstagabend (30.06.2016) mit Bürgern über die umstrittenen Grundstückspläne für neue Moscheen diskutiert. Neben Lob musste Bürgermeister Zimmermann auch viel Kritik für das Vorgehen der Stadt einstecken. Er kündigte an, die für kommende Woche geplante Entscheidung im Stadtrat zu verschieben.

Nach zweistündiger, zum Teil emotional geführter Debatte gingen viele Bürger mit unterschiedlichen Gefühlen nach Hause. "Ich finde, dass alles sehr gut und ausführlich erläutert wurde", zeigte sich eine junge Monheimerin zufrieden. "Alles nur Wischiwaschi, wir haben überhaupt nichts mitzureden", ärgerte sich dagegen ein älterer Herr, als er die Schulaula in der Monheimer Innenstadt verließ. Neben Lob musste Bürgermeister Daniel Zimmermann auch viel Kritik einstecken, vor allem für sein bisheriges Vorgehen. Er will deshalb nun Diskussionen über eine breit akzeptierte Lösung mehr Zeit einräumen. In der kommenden Ratssitzung am Mittwoch will er mit allen Fraktionen über die nächsten Schritte beraten.

Bürger fühlen sich nicht mitgenommen

Der Bürgermeister von Monheim, Daniel Zimmermann (r), spricht auf einem Informationsabend über die geplanten Grundstücksüberlassung zum Bau zweier islamischer Gemeindezentren.

Bürgermeister Daniel Zimmermann stellt die Pläne der Stadt den Bürgern vor

In der Bürgerversammlung äußerten viele Monheimer große Bedenken vor allem wegen der geplanten kostenlosen Überlassung der Grundstücke. Die Argumente der Stadt, die Flächen nicht zu verschenken, weil die Nutzung an klare Bedingungen geknüpft sei – etwa die Verpflichtung der islamischen Gemeinden zu Verfassungstreue oder ein Mitspracherecht der Stadt bei der Moscheearchitektur – verfingen bei vielen Bürgern nicht. Stattdessen gab es Kritik: Die Monheimer hätten keinen wirklichen Einfluss und die Stadt entscheide quasi im Alleingang.

Viele wollen islamische Gemeinden unterstützen

Gleichzeitig wurde aber auch deutlich: Die meisten Monheimer wollen die islamischen Gemeinden unterstützen und ihnen einen angemessenen Platz für die Religionsausübung zur Verfügung stellen. Wie das genau aussehen soll, will Bürgermeister Daniel Zimmermann in den kommenden Wochen und Monaten diskutieren: "Das eindeutige Votum, dass die allermeisten Monheimer eine Lösung für die islamischen Gemeinden wollen, ist eine hervorragende Grundlage für die weitere Debatte."

Sicherheitskontrollen und rechte Proteste

Polizisten stehen vor der Halle, in der ein Informationsabend stattfindet. Bürgerinformationsabend der Stadt Monheim soll über eine geplanten Grundstücksüberlassung zum Bau zweier islamischer Gemeindezentren.

Polizeiaufgebot und Sicherheitskontrollen am Eingang zur Bürgerversammlung in einer Schulaula

Im Vorfeld der Versammlung hatten sich lange Schlangen am Eingang gebildet, da Ordnungsamt und private Sicherheitskräfte Taschen und Ausweise der Bürger kontrollierten. Angesichts der zuvor teils heftigen Kritik an den städtischen Plänen in den sozialen Netzwerken, unter anderem durch rechte Gruppierungen, sollten darüber hinaus Polizei und Staatsschutz Störer von außerhalb fernhalten. Die angekündigten Kundgebungen von Pro NRW, Republikanern und linken Gegendemonstranten vor der Veranstaltung zählten nach Polizeiangaben weniger Teilnehmer als erwartet und verliefen weitgehend friedlich.

Hintergrund:

Stand: 01.07.2016, 08:48