Rote Linie gegen Rodung im Hambacher Forst

Protestierende im Hambacher Forst

Rote Linie gegen Rodung im Hambacher Forst

  • Rund 1.200 Menschen haben im Hambacher Forst protestiert
  • Menschenkette an der Rodungskante
  • Bürgerinitiativen wollen Abholzung stoppen

Hand in Hand und ganz in rot gekleidet haben die Demonstranten am Sonntag (19.02.2017) in Kerpen-Buir eine symbolische rote Linie gezogen. Ein Bündnis aus Naturschützern, Bürgerinitiativen und Kirchen hat Tagebaubetreiber RWE aufgefordert, keine weiteren Bäume mehr zu fällen und den alten Wald zu bewahren. Der Protest verlief nach Angaben der Polizei friedlich.

Rote Linie an der Rodungskante

Gerodetes Gebiet am Hambacher Forst

Gerodete Fläche am Hambacher Forst

Auch politischen Entscheidungsträgern solle mit der Aktion klar gemacht werden, dass "die Grenze des vertretbaren Kohleabbaus erreicht ist und der Restbestand des Waldes erhalten bleiben muss", forderte die Bürgerinitiative "Buirer für Buir". "RWE wird in diesem Jahr noch viele rote Linien sehen, die Führung ist der Auftakt", so der Aachener Naturführer und Waldpädagoge Michael Zobel, der mit der Aktion bereits den 35. Protestspaziergang im Hambacher Forst organisiert. "Ich will den Leuten einfach, solange es geht, diese eindrücklichen Bilder zeigen", so Zobel.

Seit Jahren wird der Wald abgebaggert

Waldweg im Hambacher Forst

Waldweg im Hambacher Forst

Schon seit den 80er Jahren wird um den alten Wald gerungen. Der Wald soll weitgehend dem Braunkohletagebau weichen. Nach früheren Angaben des Energiekonzerns RWE werden zur Gewinnung der Braunkohle 3.900 Hektar Wald abgebaggert, 300 Hektar bleiben stehen. Der Wald hat nach Einschätzung des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine 12.000 Jahre alte Geschichte. Der Forst sei unter anderem wegen der großen Areale mit Eichen und Hainbuchen für ganz Europa von Bedeutung. "Das war einmal der größte Wald im Rheinland. Jetzt stehen davon nur noch 10 Prozent", so Zobel. "In jeder Rodungssaison von Oktober bis Februar werden rund 70 Hektar gefällt. Das sind 100 Fußballfelder." RWE will das Abholzen des Waldes im Herbst 2017 fortsetzen.

Stand: 19.02.2017, 15:39