"Langer Äu" in Leichlingen gesprengt

"Langer Äu" in Leichlingen gesprengt

  • "Langer Äu" gesprengt
  • Funkturm war Wahrzeichen von Witzhelden
  • Viele nahmen Abschied

In Leichlingen-Witzhelden ist am Dienstag (07.11.2017) der Funkturm, der so genannte "Lange Äu", gesprengt worden. Der Turm hatte fast 60 Jahre die Silhouette von Witzhelden geprägt.

1960 war der "Lange Äu" als Grundnetzsender für das Fernsehen gebaut worden. Er strahlte die Programme von ARD und ZDF, ab 1963 auch das WDR Fernsehen aus. Später verbreitete der Fernsehturm auch das Programm privater Fernsehsender.

Fernmeldeturm Witzhelden von Nahem

Im Jahr 2005 wurden aber alle analogen Fernsehsender an diesem Standort abgeschaltet. Der Sender Witzhelden wurde überflüssig - und zudem noch teuer im Unterhalt. Die Deutsche Funkturm GmbH, eine Telekom-Tochter, versuchte vergeblich, den Turm zu verkaufen. Damit war sein Ende besiegelt.

Dass der Turm abgerissen werden soll, war lange bekannt. Dennoch kam die Ankündigung für viele jetzt überraschend. Am Abend vor der Sprengung (06.11.2017) feierten über 100 Witzheldener noch einmal ein Fest unter dem Turm: Eine Abschiedsfeier für den "Langen Äu".

Abschied vom "Langen Äu"

57 Jahre lang stand der "Lange Äu" in Leichlingen-Witzhelden. Für die Witzheldener war der Sendemast fast so etwas wie ein Wahrzeichen. Am Dienstag (07.11.2017) wurde er gesprengt.

Turm auf Wiese

Über 200 Meter hoch, Durchmesser 1,80 Meter, 57 Jahre alt - das ist der "Lange Äu" von Leichlingen-Witzhelden.

Über 200 Meter hoch, Durchmesser 1,80 Meter, 57 Jahre alt - das ist der "Lange Äu" von Leichlingen-Witzhelden.

Bis 2006 übertrug der Sender analoge Fernsehsignale - bis DAB kam. Dann wurde der Sender stillgelegt.

Am Dienstag (07.11.2017) lief seine Zeit ab - er sollte gesprengt werden.

Stadt und Eigentümerin - eine Telekom-Tochter - hatten lange versucht, den genauen Spreng-Zeitpunkt geheim zu halten: Man wollte nicht zu viele Zuschauer anlocken. Vergebens:

Die Witzheldener wollten trotzdem dabei sein, als "ihr" Wahrzeichen fiel.

Die Wartezeit wurde mit Picknicks und "Sprengwürstchen" verkürzt.

Um 13.32 Uhr fiel der Stahlrohrmast wie geplant in sich zusammen.

Der "Lange Äu" ist Geschichte.

Zeit zum Abschied-Nehmen vom einstigen Wahrzeichen - und, um vielleicht noch das eine oder andere kleine Andenken zu sichern.

Stand: 07.11.2017, 14:43