Bonner König Fahad Akademie schließt

König Fahad Akademie in Bonn

Bonner König Fahad Akademie schließt

Von Jochen Hilgers

  • Zuletzt nur noch 30 Schüler.
  • Weitere Nutzung unklar.
  • Früher Anziehungspunkt für Islamisten.

Die lange Jahre umstrittene König Fahad Akademie in Bad Godesberg hat am Freitag (30.06.2017) endgültig den Schulbetrieb eingestellt. Das hat ein Sprecher der Schule bestätigt. Vor knapp einem Jahr war die Entscheidung dazu bereits gefällt worden. Da Deutschland über eines der besten Bildungssysteme der Welt verfüge, gebe es keine Notwendigkeit die Schule weiterzuführen, hieß es zur Begründung aus Saudi Arabien.

Bau gehört Saudi-Arabien

Für die zuletzt noch 30 verbliebenen Schüler endete der Unterricht bereits vergangenen Monat noch vor Beginn des Ramadan. Ein Dutzend Mitarbeiter werde den Betrieb noch bis Ende September abwickeln, hieß es. In Bad Godesberg überlegen die Kommunalpolitiker nun, was mit dem auffälligen Bau geschehen soll.

Das Gebäude gehört allerdings dem Staat Saudi Arabien. Die Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke hat Überlegungen ins Spiel gebracht, daraus ein Kultur- und Wissenschaftszentrum zu machen. Dafür müssten sich aber erst die Besitzverhältnisse ändern.

Zum heiligen Krieg aufgerufen

Zu Beginn der 2000er Jahre galt die König Fahad Akademie als Anziehungspunkt für islamische Fundamentalisten aus ganz Deutschland und benachbarten Ländern. 600 junge Menschen besuchten zu dieser Zeit die Schule. In der angeschlossenen Moschee, so ergaben damals verdeckte  Recherchen des ARD-Magazins Panorama, wurde offenbar zum heiligen Krieg aufgerufen.

Die Schule stand 2003 kurz vor der Schließung, stand sie doch damals unter dem Verdacht eine Terroristen-Schmiede zu sein. Unter strengen Auflagen genehmigte die Bezirksregierung Köln schließlich die Weiterführung. Die Schule öffnete sich dann auch der Öffentlichkeit. Immer wieder wurden auch Journalisten in der König Fahad Akamdemie empfangen.

Schule bis heute umstritten

In Bonn machen dennoch bis heute viele die Akademie dafür verantwortlich, dass die Stadt als Tummelplatz für Islamisten gilt. In der Tat war der Zuzug von streng religiösen Anhängern einer besonders rigiden Form des Islam nach Auffassung des Staatsschutzes zu Beginn der 2000er Jahre groß. Einige blieben auch in Bonn, als die Schule sich schon längst gewandelt hatte. Wie schlecht das Image der Schule bis zuletzt war, zeigte im August vergangenen Jahres unter anderem eine Twittermeldung von Armin Laschet, dem neuen Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens. Er schrieb damals, als die Meldung von der bevorstehenden Schließung kam:

"Die König Fahad Akademie wurde in Anwesenheit von NRW- Ministerpräsident Johannes Rau eröffnet. Gut, dass sie jetzt endlich geschlossen wird."

Stand: 30.06.2017, 11:07