Kölner Archiveinsturz: Sieben Personen angeklagt

Kölner Archiveinsturz: Sieben Personen angeklagt

  • Archiveinsturz: Staatsanwaltschaft bestätigt Anklage gegen sieben Personen.
  • Vorwurf: fahrlässige Tötung und Baugefährdung.
  • Angeklagte waren am U-Bahnausbau beteiligt.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen zwei Arbeiter der Baustelle, die massiv geschlampt und dies im Anschluss vertuscht haben sollen. Sie sollen laut Staatsanwaltschaft beim Aushub einer stützenden Lamelle auf ein Hindernis gestoßen sein, das sie nicht beseitigen konnten. Doch anstatt die Bauleitung zu informieren, sollen sie den Aushub eigenmächtig fortgesetzt haben. So entstand eine Erdplombe, die plötzlich nachgab. Innerhalb kürzester Zeit rutschte damit Erdreich in die Baustelle. Dadurch entstand offenbar der Hohlraum unter dem Stadtarchiv, der dann zum Einsturz führte, so die Anklagebehörde. 

Weitere Anklagen möglich

Mitangeklagt hat die Staatsanwaltschaft fünf Verantwortliche für die Baustelle. Sie sollen ihre Prüf- und Überwachungsaufgaben missachtet haben. Ein Gutachter im Auftrag der Staatsanwaltschaft hatte zuletzt festgestellt, dass ein Fehler beim Bau der U-Bahn den Einsturz des Stadtarchivs verursacht hat.

Die Staatsanwaltschaft hat die vorliegenden Verfahren von den übrigen Ermittlungen abgetrennt. Damit kann es zu weiteren Anklagen kommen. Der Anklagebehörde sitzt die Zeit im Nacken. Anfang März 2019 tritt die Verjährung ein.

Das größte deutsche Kommunalarchiv war am 3. März 2009 eingestürzt. Beim dem Einsturz kamen zwei Menschen ums Leben, es entstand nach Schätzungen ein Schaden von rund 1,2 Milliarden Euro. Von Anfang an war vermutet worden, dass unterirdische Bauarbeiten den Einsturz ausgelöst haben könnten.

Stand: 24.05.2017, 13:56