Misshandlung in Neuss: Elfjähriger weiter in Lebensgefahr

Schild der Polizeiwache für den Rhein-Kreis Neuss

Misshandlung in Neuss: Elfjähriger weiter in Lebensgefahr

  • Elfjähriger schwebt weiter in Lebensgefahr.
  • Geständiger Onkel ist als Gewalttäter vorbestraft.
  • Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes.

Der Elfjährige, der vergangene Woche in Neuss misshandelt wurde, schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Das teilte die zusändige Staatsanwaltschaft am Montag (09.10.2017) mit. Außerdem sei der Onkel des Jungen, der die Tat am Wochenende bereits gestanden hatte, als Gewalttäter vorbestraft. Es gebe eine ältere Vorstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung, sagte Staatsanwalt Martin Stücker. Allerdings sei das Opfer damals nicht minderjährig gewesen.

Elfjähriger ringt weiter um sein Leben

Warum der 41-Jährige das Kind so zugerichtet habe, sei noch unklar. Offenbar soll der Junge länger leblos gelegen haben. Der Elfjährige lebte erst seit kurzer Zeit bei seinem Onkel. Zuvor war er bei seinen Großeltern. Über seine Eltern ist nichts bekannt.

Onkel gestand am Wochenende die Tat

Die Polizei nahm den 41-Jährigen am Wochenende fest. Er hatte gestanden, dem Kind die Verletzungen zugefügt zu haben. Welches Motiv er dafür hatte, ist nach Informationen der Polizei bisher unklar. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und eines versuchten Verdeckungsmordes ermittelt, wie die Polizei bereits am Sonntag (08.10.2017) mitteilte.

Eine Richterin schickte den Tatverdächtigen in Untersuchungshaft.

Rätselhafter Zusammenbruch

Am Donnerstagmittag (05.10.2017) war der Rettungsdienst nach Neuss-Weckhoven gerufen worden, nachdem der Elfjährige im Badezimmer zusammengebrochen und nicht mehr ansprechbar war. Das Kind, das mehrere schwere Verletzungen hatte, wurde reanimiert und in ein Krankenhaus gebracht.

Polizei geht von Straftat aus

Noch am Donnerstag hatte eine Ermittlungskommission die Arbeit aufgenommen, da die Behörde davon ausging, dass der Junge Opfer einer Straftat geworden ist. Die Mitglieder der Kommission befragten in den vergangenen Tagen zahlreiche Zeugen, die in jüngster Zeit Kontakt mit dem Jungen hatten. In diesem Zusammenhang hatte der Onkel ausgesagt, der Elfjährige sei in der Schule und auf einem Spielplatz in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt gewesen und habe dabei die Verletzungen erlitten.

Stand: 09.10.2017, 14:16