Monheimer Imam soll bespitzelt haben

Ditib räumt in der Spitzel Affäre einige Fehler ein

Monheimer Imam soll bespitzelt haben

Ein früherer Imam der örtlichen Ditib-Gemeinde soll einen Bildungsverein in Hilden bespitzelt und Anhänger der Gülen-Bewegung gemeldet haben.

Dass der ehemalige Imam den Bildungsverein bespitzelt und Gülen-Anhänger gemeldet habe, geht aus Dokumenten der türkischen Religionsbehörde Diyanet hervor, die der WDR einsehen konnte. Die sogenannten Gülen-Anhänger vermutet der türkische Staatspräsident Erdoğan hinter dem Putschversuch im vergangenen Sommer. Sie werden von der türkischen Staatsführung verfolgt.

Bürgermeister hält an Zusammenarbeit fest

Der Leiter des Hildener Bildungsvereins will jetzt Strafanzeige stellen. Die Monheimer Ditib-Gemeinde weist die Vorwürfe dagegen zurück und will ebenfalls rechtliche Schritte prüfen. Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann will an der Zusammenarbeit mit dem Moscheeverein festhalten. Selbst wenn der Imam Kenntnisse weitergegeben habe, sei dies nicht strafbar, sagte Zimmermann dem WDR. "Das ist keine Spionage, das ist Denunziantentum. Und ich denke, da sollte man doch auch differenzieren und jetzt nicht in allgemeine Hysterie fallen und sagen: Hier wurde geheimdienstlich, agentenmäßig spioniert."

CDU und SPD im Monheimer Rat sehen ihre Vorbehalte gegenüber Ditib dagegen bestätigt. Sie hatten im Herbst gegen eine beschlossene Förderung der Gemeinde durch die Stadt ein Bürgerbegehren gestartet.

Stand: 17.02.2017, 15:33