Menschenkette gegen Abholzung im Hambacher Forst

Menschenkette gegen Abholzung im Hambacher Forst

Mit einer Menschenkette haben am Sonntag (23.10.2016) hunderte Demonstranten gegen die weitere Abholzung des Hambacher Forstes prostiert. Der Wald soll weitgehend dem Braunkohletagebau weichen.

Demonstranten im Hambacher Forst

Eine "rote Linie" als symbolische Grenze

Nach Angaben der Veranstalter und der Polizei formierten sich rund 700 Teilnehmer zu einer roten Linie, um dem weiteren Vordringen des Braunkohletagebaus Hambach an der alten Autobahn 4 eine symbolische Grenze zu setzen. Unter den Demonstranten waren auch viele Familien mit Kindern.

"Alle Appelle Richtung RWE haben bisher nichts genutzt. Der Energiekonzern will auch in diesem Jahr wieder 80 Hektar dieses einmaligen Waldes unwiederbringlich vernichten", stellte der Waldführer Michael Zobel fest, der seit fast drei Jahren mit seinen regelmäßigen Waldspaziergängen friedlich gegen die Rodung des Waldes mit dem alten Baumbestand protestiert.

Aktivisten: Bedeutung für ganz Europa

Nach früheren Angaben des Energiekonzerns RWE werden zur Gewinnung der Braunkohle 3.900 Hektar Wald abgebaggert, 300 Hektar bleiben stehen. Der Wald hat nach Einschätzung des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine 12.000 Jahre alte Geschichte. Der Forst sei unter anderem wegen der großen Areale mit Eichen und Hainbuchen für ganz Europa von Bedeutung. Zudem leben in dem Wald Bechsteinfledermaus, Springmaus und Haselmaus - alles streng geschützte Tierarten. In den vergangenen Jahren hat es im Hambacher Forst immer wieder Protestaktionen von Anti-Braunkohle-Aktivisten gegeben, die zum Teil gewalttätig abliefen.

Stand: 23.10.2016, 16:39