GOP Bonn: Neuer Zauber im alten Regierungsviertel

GOP Bonn: Neuer Zauber im alten Regierungsviertel

Von Anne Burghard

"GOP", das ist die Abkürzung von Georgspalast, dem berühmten Varieté-Theater in Hannover. In den 1920-er und 1950-er Jahren spielten und sangen dort große Stars wie Zarah Leander und Josefine Baker. Dieses Flair soll nun auch Bonn verzaubern. Vorhang auf!

Bildergalerie: So sieht es im neuen GOP-Varieté-Theater Bonn aus

Wir durften vorab schon einmal die Show sehen.

Mediengala und Vorpremiere im GOP Varieté Theater Bonn

Die Künstler aus Kanada und Frankreich zeigten Akrobatik, Skurriles, Spannendes, Surreales ..

Die Künstler aus Kanada und Frankreich zeigten Akrobatik, Skurriles, Spannendes, Surreales ..

...oder sie setzen sich einfach mal hin.

Wer so traurig schauen kann, kann tiefsinnig lustig sein: Clown, Regisseur und Pianist Anthony Venisse.

Anthony Venisse am verrückten Ofen.

Amélie Venisse als Madame Cerise.

Quentin Marotine aus Frankreich erschafft neue Klänge mit originellen Instrumenten.

Ohne Seil und doppelten Boden: Manchmal fliegen auf der Bühne alle durcheinander.

Jeder Showakt ein Bild: Die Künstler schaffen Szenen wie in einem Gemälde.

Die Pianobar, an der man sich künftig die Musik wünschen darf.

Auch an der Bar gab es Musik bei der Medien-Gala.

Werner Buss, der künstlerische Direktor aller GOP-Theater, ist froh, dass die Bauarbeiten beendet sind.

Das GOP-Varieté-Theater liegt direkt am Bonner World Conference Center (WCCB).

Nein, erst mal: Vorhang wieder zu. Der öffnet sich offiziell erst am Sonntag (4.9.2016). Wir durften aber vorab schon mal einen Blick hinein werfen. Auf einer großen Medien-Gala wollte das Haus am World Conference Center Bonn zeigen was es hat und was es kann.

Fußspuren im Baustellenstaub

Es ist Donnerstag Abend (1.9.2016). Die ersten Gäste der Medien-Gala kommen. Es gibt sogar einen kleinen roten Teppich. Rechts vom Eingang werden noch schnell die Fenster geputzt. Im Flur aber bleiben die Fußspuren im feinen Baustellenstaub. Für den Großputz an der Tür ist keine Zeit mehr. "Hier wird bis zur letzten Sekunde weiter gearbeitet“, erklärt Werner Buss. Er ist der künstlerische Direktor aller GOP-Varieté Theater in Deutschland. Mit Bonn sind es nun sieben.

Umbau dauerte ein Jahr

Mediengala und Vorpremiere im GOP Varieté Theater Bonn

Die Bonner GOP-Direktorin Julia Freier und der künstlerische Direktor Werner Buss.

"Am 8. August kamen die Künstler", erzählt Buss und lacht. "Stellen Sie sich vor, da war das hier noch die totale Baustelle. Keine Deckenverkleidungen, kein Teppich. Unbeschreiblich, dass alles jetzt soweit fertig ist." Es riecht nach neuen Teppichböden, hinter dem Fenster am Ende der Bar reinigt der Schreiner seine Kreissäge. "Wir haben ein Jahr lang daran gearbeitet, aus diesem Konferenz-Haus ein Theater zu machen“, erklärt die Bonner Direktorin Julia Feirer stolz. "Und jetzt läuft’s!"

Lieder auf Wunsch an der Bar

Empfang mit Cocktails, Sekt, Fingerfood und ein Blick in die Piano-Bar mit einem Hauch von Bohème. Alles ist in ein schummeriges rotes Licht getaucht. Irgendwo im Halbdunkel steht ein Flügel. "Da wird die Bar noch direkt um den Flügel gebaut, damit der Pianist direkten Publikumskontakt hat“, erklärt Werner Buss. Der Pianist heißt Rick, kommt aus Amerika und ist aber gerade nicht da. "Er wird bald jeden Abend hier spielen, und zwar genau die Lieder, die sich die Gäste wünschen“, verspricht Buss.

Gala-Diner vor der Show

Mediengala und Vorpremiere im GOP Varieté Theater Bonn

Der Theatersaal mit Gala-Diner-Atmosphäre.

Dann öffnet er die Türen zum Theater-Saal. Der ist sehr modern und sehr groß: 3.000 Quadratmeter mit Platz für 100 Gäste. Es gibt keine schnöden Stuhlreihen, sondern Tische, an denen das Publikum vor der Show ausgiebig dinieren kann. Ein Heer von jungen Servicekräften bringt Kostenproben aus der Küche. Hinter dem Vorhang sind Geräusche zu hören. "Die Akrobaten machen sich warm", erklärt der künstlerische Direktor. Die Gala-Gäste speisen erst einmal. So soll es sein, im GOP Bonn: Eine Renaissance des alten Varietés.

Künstler aus Kanada und Frankreich

Mediengala und Vorpremiere im GOP Varieté Theater Bonn

Clownerie, Musik und Akrobatik verzaubern.

Und dann geht es endlich los. Vorhang auf für "plüfoli“. Das wird klein geschrieben, ist aber eine ganz große Show: Eine Mischung aus Clownerie, Musik und Artistik. Der französisch-kanadische Clown, Pianist und Regisseur Anthony Venisse und seine Schwester Amélie Venisse entführen die Gäste in eine skurrile, schräge Welt mit rauchenden Kaminen, fliegenden Menschen und flüchtenden Pianos. Der französische Musiker Quentin Marotine schafft neue Klangerlebnisse mit originellen Instrumenten. Trapez-Artisten, Akrobaten, Jongleure und Seiltänzer bringen das Publikum zum Staunen.

Moderate Preise

Vielleicht ist nichts dabei, das man noch nie gesehen hat. Und das neue GOP-Varieté-Theater in Bonn verströmt rein architektonisch auch nicht die Wärme alter Theater. Aber es ist ein neuer, schöner Ort, um sich einen Abend lang verzaubern zu lassen und einmal alle Sorgen zu vergessen. Die Preise sind moderat. Sie variieren je nach Spieltag und beginnen bei 29 Euro, ermäßigt 15 Euro. Mit einem Zwei-Gänge-Menü muss man allerdings – je nach Tag – mindestens 44 Euro hinblättern.

Premiere ausverkauft

Der Besitzer des Theaters ist übrigens keine große anonyme Kette, sondern die Unternehmerfamilie Grote. "Die Zahlen sind noch nicht ganz addiert. Wir haben schätzungsweise zwischen vier und fünf Millionen Euro in das neue Theater in Bonn investiert", erklärt Hubertus Grote. Er hofft nun auf 100.000 Zuschauer im Jahr. Der Start lässt sich gut an. Die Premiere am Sonntag (4.9.2016) ist längst ausverkauft.

Stand: 02.09.2016, 08:50