Letzte Garzweiler-II-Umsiedlung rückt näher

Schaufelradbagger im Braunkohletagebau

Letzte Garzweiler-II-Umsiedlung rückt näher

Die Umsiedlung weiterer Ortschaften im Zusammenhang mit dem Braunkohletagebau Garzweiler II rückt näher. Am Samstag (09.04.2016) erfolgte auf einem Areal an der B57 zwischen Erkelenz und Rath-Anhoven der erste offizielle Spatenstich für eine neue Ortschaft.

Im Raum Erkelenz müssen Ende 2016 insgesamt etwa 1.500 Menschen den Baggern weichen. Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen bedauert das und sagte, er hätte sich einen früheren Ausstieg aus der Braunkohle gewünscht: "Aus meiner Sicht wäre das machbar gewesen, hätte Deutschland einen energiepolitischen Masterplan gehabt."

Betroffen sind die Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Unter-/Oberwestrich und Berverath. Die fünf Orte sind nach Angaben der Bezirksregierung Köln die letzten im Rheinischen Braunkohlenrevier, die dem Tagebau weichen müssen.

11.000 Menschen mussten schon weichen

Der Tagebau Garzweiler II, unweit der Aachener Region gelegen, ist der Anschlusstagebau des erschöpften Tagebaus Garzweiler I . Garzweiler I und II haben in den vergangenen 50 Jahren 16 Orte geschluckt - über 11.000 Menschen mussten dafür schon weichen.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte im Dezember 2013 entschieden, dass Umsiedlungen und Enteignungen zur Gewinnung von Braunkohle nicht gegen das "Grundrecht auf Heimat" verstoßen. Die Energieversorgung und damit auch der Abbau von Braunkohle seien wichtig für das Gemeinwohl.

Trauriger Spatenstich: Umstrittene Umsiedlungen bei Braunkohlegebiet Garzweiler beginnen

WDR 2 am Samstag | 09.04.2016 | 02:58 Min.

Stand: 09.04.2016, 11:07