Flughafen Düsseldorf: Mehr Nachtlandungen als je zuvor

Nahaufnahme Passagierflugzeug von unten

Flughafen Düsseldorf: Mehr Nachtlandungen als je zuvor

  • Neuer Rekord: 370 Nachtlandungen im Juli.
  • Airport nicht erfreut über diese Entwicklung.
  • Fluglärmgegner fordern seit Jahren Flugverbot.

Mehr als 370 Nachtlandungen hat der Flughafen Düsseldorf im Monat Juli verzeichnet - und damit einen Höchstwert erzielt. Insgesamt gab es 20.000 Starts und Landungen mit 2,5 Millionen Passagieren. Flugbewegungen, die den Airport zum wichtigen Wirtschaftsfaktor machen - und zum Dauerärgernis für die Anwohner. Anhänger der Initiative "Bürger gegen Fluglärm" fordern schon seit Jahren ein Nachtflugverbot.

Genaue Vorgaben für Starts und Landungen

Rein rechtlich ist die Situation eindeutig: Starts sind in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr erlaubt, Landungen bis 23 Uhr. Eine Frist, die bei Verspätungen aber bis 23.30 Uhr ausgeweitet werden kann. Außerdem dürfen Maschinen, die in Düsseldorf routinemäßig gewartet werden, bis Mitternacht landen - also zum Beispiel Flieger von Lufthansa oder Tuifly.

Flughafenbetreiber will Genehmigung ausweiten

Das ist vielen Anwohnern aber zu viel. Sie wehren sich seit Jahren gegen Fluglärm und sehen mit Sorge, dass die Flughafenbetreiber beim NRW-Verkehrsministerium eine Ausweitung der Genehmigung beantragt haben. Dabei geht es nicht um die Zeit, sondern um die Zahl der Starts und Landungen pro Stunde: Sie soll von 47 auf 60 erhöht werden.

Massive Verspätungen

Flughafen Düsseldorf

Trend zu mehr Verspätungen in Düsseldorf?

Das Verkehrsaufkommen sei jetzt schon so hoch, dass die Flüge kaum noch abgewickelt werden könnten und der Flugbetrieb sich bis in die Nacht hinein verschiebe, monieren sie. Werner Kindsmüller von der Initiative "Kaarster gegen Fluglärm" verweist auf Zählungen, wonach der Flughafen nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit in Sachen Pünktlichkeit sehr schlecht abschneidet.

"Im Juli sind 30 Prozent aller Flugzeuge mit mehr als 15-minütiger Verspätung gelandet, mehr als 73 Prozent verspätet gelandet", schreibt der Verein. Kindsmüller betont aber: "Das ist ein Trend, der ist nicht nur im Juli da, das hat sich schon vorher gezeigt." Die Ausweitung werde nichts bringen, weil die technischen Kapazitäten längst ausgeschöpft seien.

Streiks, Gewitter und Angst vor Terror

Der Flughafenbetreiber sagt, dass "die Verspätungszahlen vom Juli uns auch nicht zufrieden stellen". Düsseldorf habe mit "Sondereffekten" zu kämpfen gehabt - Streiks, Sommergewitter, mehr Flüge in Richtung westliches Mittelmeer als Folge der Terroranschläge. Eine neue Betriebsgenehmigung würde mehr Flexibilität bei der Nutzung der Rollbahnen bringen, heißt es in der schriftlichen Antwort auf die Fragen des WDR. Ob sich die Situation nach Ende der Sommerferien entspannt, ließ er offen.

Fluglärm-Gegner appellieren an Landesregierung

Die NRW-Landesregierung betonte kürzlich in der WAZ, dass die Bürger den Lärm auch nach 23 Uhr hinnehmen müssten. Fluglärmgegner Werner Kindsmüller: "Das ist formaljuristisch korrekt. Aber der Schutz der Gesundheit müsste ihr genau so am Herzen liegen."

Stand: 11.08.2017, 20:03