Falscher Bus - über sechs Stunden Verspätung für Flixbus-Passagiere

Falscher Bus - über sechs Stunden Verspätung für Flixbus-Passagiere

Von Arne Lichtenberg

Eine Odyssee haben Passagiere des Fernbusunternehmens Flixbus am Sonntag (14.08.2016) erlebt. Weil der Fahrer sich ans Steuer des falschen Busses gesetzt hatte und den Fehler erst viel später bemerkte, musste er kehrtmachen - mit allen Fahrgästen an Bord.

Über 40 Kunden des Fernbusunternehmens Flixbus auf dem Weg von Mönchengladbach nach Berlin haben am Sonntag eine böse Überraschung erlebt: Sie waren im falschen Bus unterwegs. Denn der Fahrer hatte bei der Abfahrt um 7 Uhr am Hauptbahnhof in Mönchengladbach fälschlicherweise einen zu großen Bus gewählt. Dieser Bus sollte eigentlich auf der Strecke Dortmund - Berlin eingesetzt werden, so dass später auch dort Kunden warten mussten.

"Haben zuerst an einen Witz gedacht"

Nach Angaben der Passagierin Christiane Schinkel hatte der Mönchengladbacher Bus bereits Bad Nenndorf in Niedersachsen erreicht, als der Fahrer die Ansage machte, dass er leider umkehren müsse - in Dortmund wäre kein ausreichend großer Bus aufzutreiben. "Wir haben das für einen Witz gehalten, viele haben auch geschlafen und es gar nicht mitbekommen", sagte Schinkel dem WDR in einem telefonischen Interview. Die Fahrgäste setzten sich daraufhin auch mit dem Subunternehmer in Verbindung, der die Fahrten für Flixbus durchführt, und schlugen mehrere Alternativen vor. So sei von den Fahrgästen die Möglichkeit unterbreitet worden, in Hannover in die Bahn umzusteigen oder einen anderen Bus zu nehmen. Doch all dies sei abgelehnt worden.

"Bedauernswerter Fehler"

Gegen 14:15 Uhr kam der Bus Schinkel zufolge in Dortmund an. Dort konnten dann die für einen späteren Zeitpunkt gebuchten Fahrgäste zusteigen. Statt acht Stunden waren die am Morgen zugestiegenen Fahrgäste schließlich 14 Stunden unterwegs. Ein Kunde habe durch die massive Verspätung seinen Urlaub nicht mehr antreten können, andere verpassten wichtige Termine, so Schinkel.

Flixbus-Pressesprecher Gregor Hintz sprach in einer ersten Reaktion auf WDR-Anfrage von einem "bedauernswerten Fehler. Aber leider gab es keine andere Lösung, als zurück nach Dortmund zu fahren." Alle Fahrgäste würden mindestens mit einer kostenlosen europaweiten Freifahrt entschädigt, sagte der Sprecher.

Die Passagiere wollen sich nun mit der Verbraucherzentrale beraten und prüfen eine Klage. Die angebotene Freifahrt empfinde sie als Hohn, sagte Schinkel: "Wer will denn nach so einer unseriösen Aktion noch einmal freiwillig mit Flixbus fahren?"

Stand: 15.08.2016, 16:16